Stadt Rotenburg setzt auf ehrenamtliche Helfer für öffentliche Aufgaben

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Paten gesucht: Was in den Rotenburger Stadtteilen schon vielfach funktioniert, nämlich private Patenschaften für öffentliche Grünflächen wie dieser Streifen an der Mauer zum Schlosspark, soll auch in der Kernstadt angestoßen werden.

Rotenburg. In Zeiten knapper Kassen hofft die Stadt Rotenburg darauf, dass ihre Bürger Aufgaben ehrenamtlich übernehmen. So sollen öffentliche Aufgaben auch unter Sparzwängen aufrechterhalten werden. Die Suche in gleich drei Bereichen haben die Stadtverordneten einstimmig angestoßen.

Private Pflegepaten für öffentliche Grünflächen werden ebenso benötigt wie Mitglieder für einen Familienbeirat und ein Behindertenbeauftragter der Stadt. All das soll von Bürgern in ehrenamtlicher Funktion übernommen werden.

"Die Idee ist alt, aber die Zeiten sind neu", sagte Bürgermeister Christian Grunwald in der Diskussion um die Grünflächenpatenschaften, für die die Stadtverwaltung nun eine Mustervereinbarung entwickeln soll. Grunwald beobachtet, dass der Zusammenhalt in der Rotenburger Kernstadt gewachsen sei und hofft, dass sich dadurch wieder mehr und neue Freiwillige finden als bei früheren Versuchen: "2014 soll für uns das Jahr des sozialen Kitts in unserer Gesellschaft werden." Um das zu fördern, schlägt Grunwald auch einen Ehrenamtspreis für Rotenburg vor (wir berichteten). Die Vertreter der Fraktionen wiesen auf Fallstricke hin, die zu Frustration bei den ehrenamtlichen Helfern führen können. So sei eine reibungslose und respektvolle Zusammenarbeit des Bauhofs mit den Grünflächenpaten sehr wichtig, sagte Christiane Ringer (SPD). Barbara Glaser (CDU) forderte ein Anhörungsrecht für den Familienbeirat ein, der Sprachrohr für Kinder von null bis 16 Jahren sein soll. Dennoch müsse aber klar sein, dass das Gremium, ebenso wie der Behindertenbeauftragte, eine beratende Funktion hat und Entscheidungen letztlich die Stadtverordnetenversammlung fällt, sagte Bärbel Brinkmann (UBR).

Der Einfluss hat Grenzen

Dass der Einfluss der Helfer Grenzen hat, die auch klar benannt werden müssen, betonte auch Bürgermeister Grunwald: "Der Familienbeirat soll und darf ein unbequemes Gremium sein, der auch mal den Finger in die Wunde legt." Wenn aber seine Vorschläge nicht eins zu eins umgesetzt würden, dürfe das nicht als Affront verstanden werden, schließlich müssten Magistrat und Stadtverordnete im Sinne der ganzen Stadt entscheiden.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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