Parlament stimmt Vergabe des Lokschuppens an Verein Industriedenkmal Bahnhof zu

Stadt nimmt „Geschenk“ an

Soll zunächst statisch konstruktiv gesichert werden: Der Lokschuppen – ein Foto von Ende 2012 – mit Drehscheibe und Schornstein. Archivfoto: Schankweiler-Ziermann

Bebra. Der Lokschuppen 2 und der Verein Industriedenkmal Bahnhof Bebra bekommen eine Chance: Mit 18 Ja-Stimmen von SPD, Gemeinsam für Bebra (GfB) und der FWG stimmten die Stadtverordneten Bebras zu, dass das historische Gebäude samt Schornstein dem Verein verkauft werden soll, der es statisch konstruktiv sichern will. Die CDU-Fraktion stimmte gegen den Verkauf, ein Mitglied von GfB enthielt sich.

Auch der Schornstein soll neu verfugt werden, wobei insgesamt mit Kosten von 450 000 Euro gerechnet wird. Die Stadt wird die Fördermittel für Lokschuppen und Schornstein beantragen und sich an den Kosten mit bis zu 30 000 Euro beteiligen.

Ein Problem mit Altlasten sieht die Stadt nicht, da der Lokschuppen keinen Keller habe, künftig auch keinen benötige und kein Aushub, also auch keine Altlast entstehe.

Eigenkapitalnachweis

Nach den Worten von Bürgermeister Uwe Hassl ist eine gemeinnützige GmbH als Gesellschaftsform für die Sanierung des Lokschuppens im Gespräch. Der Verein habe einen Eigenkapitalnachweis von 86 000 Euro erbringen müssen. Hier werden unter anderem 20 000 Euro Stammkapital für eine gGmbH genannt, je 25 000 Euro vom Denkmalschutz und von einem ortsansässigen Kreditinstitut, Spenden und Eigenleistungen.

Vor der Abstimmung der Versammlung hatte es erneut eine ausführliche Diskussion gegeben. Alfred Vogt (CDU) hatte an das Betreiberkonzept vor zwei Jahren erinnert, als mit einer Belegung von fünf Gleisen eine Wirtschaflichkeit hergestellt werden sollte. Heute sei nur noch von zwei Gleisen die Rede.

Bernd Holzhauer (CDU) wies darauf hin, dass es zunächst nur um die statische Sicherung des Objektes gehe, nicht um die Betriebsfähigkeit. Er räumte ein, die Finanzierung könne besser sein. Die statische Sicherung koste die Stadt 17 500 Euro, der Abriss aber 150 000 Euro. Nur als Ensemble mit beiden Lokschuppen, Drehscheibe, Schornstein, Kesselhaus und Mittelgebäude sei eine Sicherung sinnvoll.

Thorsten Bloß (CDU) erinnerte an die Verantwortung der Stadt und das Risiko, das bei ihr bleibe. „Was hat Bebra?“, fragte dagegen Klaus Reifschneider (FWG), das Geschenk des Vereins solle angenommen werden.

Wahrzeichen erhalten

Auch Christina Kindler (SPD) wollte das Wahrzeichen für Bebra erhalten, während Friedhelm Claus (CDU) Professionalität bei dem Verein vermisste. Bürgermeister Hassl sprach von der nächsten Hürde, die nun bevorstehe, dem Vertragsabschluss. Der Vertrag solle den Stadtverordneten im Juni zur Abstimmung vorgelegt werden. Wenn das Projekt scheitere, müsse die Stadt die Abrisskosten und die Altlasten übernehmen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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