Krebsgruppe des SV Neptun beteiligte sich an Aktionswoche

Mit Sport Kraft tanken

Gleichgewicht halten: Luise Leimbach (links) versucht sich an der Hütchen-Übung, Heike Lingelbach (SV Neptun) hilft ihr. Foto: Hörcher

Rotenburg. Heinz Brosta hat seine Lebenslust, seinen Humor und seinen Sportgeist nicht verloren. Der 90-jährige hat mehrere Krebserkrankungen überstanden. Das hat ihn nicht davon abgehalten, über 30 Jahre lang aktiv Sport zu treiben: Schwimmen, Handball, Fußball und Luftgewehr.

„Die Krankheit war zwischenzeitlich ein Hinderniss“, sagt er – aber ans Aufhören war trotzdem nicht zu denken. Noch bis ins hohe Alter hatte er eine Schwimmgruppe des SV Neptun in Rotenburg geleitet.

Brosta ist einer von 15 Teilnehmern, die beim Aktionstag „Sport für Menschen mit Krebs“ des SV Neptun mitmachten. Zwei Stunden lang konnten Krebspatienten in verschiedenen Übungen ihre Fitness testen. Die Albert-Schweizer-Schule hatte dafür zwei Sporthallen zur Verfügung gestellt.

Übungen zur Stärkung

Die Teilnehmer versuchen, ihr Bein um ein Hütchen zu schwingen, auf einem Seil rückwärts geradeaus zu laufen und mit verbundenem Augen auf einem Bein zu balancieren. Diese Übungen sollen Koordination und Gleichgewicht stärken. Außerdem stehen Fitnessgymnastik mit dem Schwingstab und dem Retondoball, Beweglichkeitstests, Atmungsübungen und Aktionsspiele und ein 1000 Meter-Walk auf dem Programm.

„Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sport nachweislich das Immunsystem stärkt. Außerdem werden dadurch Ermüdungserscheinungen nach der Chemotherapie verringert“, erklärt Uta Dworok-Wens vom SV Neptun den Hintergrund des Aktionstages. Der Verein beteiligte sich damit an einer hessenweiten Aktionswoche, die von der Stiftung „Sport für Menschen mit Krebs“ gefördert wird.

Laut Auskunft der Stiftung sind in Deutschland über vier Millionen Menschen an Krebs erkrankt, von denen nur ein Bruchteil Sport betreibe. Die Aktionswoche war deshalb als offenes Schnupperangebot gedacht – gerade auch für Betroffene, die sonst Hemmungen haben, was dieses Thema betrifft.

Fester Bestandteil im Verein

Dworok-Wens leitet die Gruppe „Sport und Bewegung in der (Brust)krebsnachsorge“, die sich längst als fester Bestandteil der Vereinsarbeit des SV Neptun etabliert hat. Seit 10 Jahren kommen Betroffene einmal wöchentlich zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam Gymnastik, Tanzen und Spiele zu machen.

Brustkrebspatientin Katharina Lamm aus Rotenburg ist von Anfang an dabei: „Ich komme jede Woche gerne hierher. Die Treffen geben mir immer wieder Aufschwung und Kraft.“

Die Gruppe wird am Sonntag, 29. September, wird zum zehnten mal am „Race for the cure“, einem Wohltätigkeitslauf zur Heilung von Brustkrebs, teilnehmen. „Dieses Ereigniss ist für die Gruppe immer ein ganz besonderer Anreiz“, sagt Dworok-Wens.

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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