Forderung der SPD

Spielplatzstreit: Eltern ernst nehmen

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Wehrt sich gegen UBR-Kritik: Elvira Walter-Rosner. 

Rotenburg. Die Debatte um den Abbau mehrerer Rotenburger Spielplätze geht weiter. Als wenig zielführend in der aktuellen Diskussion bezeichnet der SPD-Ortsverband Rotenburg die Äußerungen des UBR-Fraktionsvorsitzenden Hartmut Grünewald.

Anstatt die teils berechtigte Kritik an der Entscheidung, Spielplätze zu schließen, Ernst zu nehmen, werde die SPD an den Pranger gestellt.

Grünewald hatte den Sozialdemokraten die Schuld für den Rückbau zugewiesen: Sie hätten mit ihrer Politik der vergangenen Jahre für die „katastrophale Finanzlage“ der Stadt gesorgt, die nun harte Einschnitte nötig mache.

„Die SPD ist sich ihrer Verantwortung hinsichtlich des Schuldenabbaus bewusst. Dies sollte aber nicht über den Köpfen der Bürger passieren“, schreibt Walter-Rosner. Man hätte sich viel Ärger ersparen können, wenn man sich mit dem Spielplatzkonzept mehr Zeit genommen und den Familien die Möglichkeit einer Stellungnahme gegeben hätte. „Bürgerengagement ist heutzutage wichtiger denn je und sollte unter allen Umständen unterstützt und gefördert werden“, schreibt Walter-Rosner. Auch das sei eine Form der Kosteneinsparung.

Spielplätze dienten der sozialen, körperlichen und seelischen Entwicklung von Kindern. Nicht jede Familie besitze einen eigenen Garten mit Spielgeräten. Gerade diese Familien und jüngere Kinder seien darauf angewiesen, gefahrlos einen Spielplatz in der Nähe der Wohnung erreichen und nutzen zu können.

Auch die SPD halte den über 25 Jahre gestiegenen Schuldenstand Rotenburgs für „nicht gerade optimal für eine zukünftige Ausrichtung der Stadt.“ Der Ortsverband weist aber den Vorwurf zurück, allein die SPD und ihr früherer Bürgermeister Manfred Fehr seien die Schuldenmeister. Denn der Bürgermeister führe nur die Beschlüsse des Parlaments aus und sei nicht allein für die finanzielle Schieflage Rotenburgs verantwortlich.

Die finanzielle Problematik der Stadt sei nicht allein auf zu hohe Ausgaben zurückzuführen. Vielmehr seien dafür zum großen Teil auch zu geringe Einnahmen verantwortlich, sowie der Umstand, dass die Stadt kostenintensive Aufgaben von Bund und Land übernommen habe.

„Mit Schuldzuweisungen gegenüber der SPD wird man diese Misere auch nicht verbessern können“, schreibt Walter-Rosner. Doch für die UBR sei das wohl ein „probates politisches Mittel, wenn man von eigenen ungünstigen Entscheidungen ablenken möchte.“ (red/mcj)

Quelle: HNA

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