Der Gemeinde fehlt das Geld für die Sanierung des Spielplatzes

„Spielen ist zu gefährlich“: Cornberger Eltern beklagen Zustand des Spielplatzes

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Traurige Kinder in Cornberg: Wegen des schlechten Zustands des Spielplatzes ist es Cornberger Eltern zu riskant, ihre Kinder dort spielen zu lassen. Die fünfjährige Leana findet das schade, denn sie rutscht für ihr Leben gern. Doch die Rutsche ist nicht mehr im besten Zustand. Durch die abblätternden Metallpartikel haben sich schon einige Kinder an den Händen verletzt. 

Cornberg. Um den Spielplatz in Cornberg ist es nicht gut bestellt: Herausragende rostige Nägel, splitterndes Holz, abblätternde Metallpartikel. 

Ein sicherer Freizeitspaß ist dieser Spielplatz sicher nicht. Das meinen zumindest einige Cornberger Eltern. Einer von ihnen ist der 33-jährige Dennis Langen. Er ist Vater von zwei Töchtern und fährt seine beiden Mädels (zwei und sechs Jahre) lieber zum Berneburger Spielplatz als sie in Cornberg spielen zu lassen.

Die Schäden

Gefährliche Stolperfalle: Sarah Langen zeigt auf ein Eisenstück, das aus dem Boden neben dem Sandkasten ragt.

In einem schlechten Zustand ist das Holzgerüst des Spielplatzes. An vielen Ecken ist das Holz geborsten. Aus dem Boden des Gerüsts ragt eine Schraube heraus. „Vor einer Woche war es noch schlimmer“, erzählt Dennis Langen. Doch nachdem er beim sozialen Netzwerk Facebook einige Fotos mit den Schäden gepostet hatte, seien manche der herausragenden Schrauben entweder eingedreht oder entfernt worden. Das reiche aber noch nicht, so die einhellige Meinung der Eltern. „Auf dem Spielplatz gibt es noch viele weitere Baustellen“, betont Sarah Langen, die 25 Jahre alte Schwester von Dennis Langen. Dabei deutet sie auf ein etwa 15 Zentimeter langes Eisenstück, das am Rand des Sandkastens herausragt. Für Kinder sei das eine gefährliche Stolperfalle. Übel werde der 25-Jährigen, die vor vier Monaten Mutter geworden ist, beim Anblick des großen Pilzes, der an einer Holzeinfassung heranwächst. Auch deshalb meidet Dennis Langen diesen Spielplatz: „Das Spielen ist hier zu gefährlich.“

Die Kritik

Für die Eltern in Cornberg ist es unverständlich, warum einige der Spielgeräte in einem derartigen Zustand belassen werden. „Wenn man ein Holzgerüst aufstellt, dann muss man das Holz auch pflegen“, sagt Dieter Langen, Vater von Dennis und Sarah Langen. Aber so wie das Gerüst derzeit aussehe, habe man die Pflege schon lange eingestellt. Und auch die Rutsche sei schon lange nicht mehr in Schuss gesetzt worden, meint Sylvia Rininsland aus Cornberg. Ihre fünfjährige Tochter Leana liebt es zu rutschen, darf es aber auf dem Cornberger Spielplatz nicht. „Die Rutsche ist mir nicht sicher genug“, begründet Sylvia Rininsland ihre Entscheidung.

Die Lösung

Gefährliche Stolperfalle: Sarah Langen zeigt auf ein Eisenstück, das aus dem Boden neben dem Sandkasten ragt.

Auf den Zustand der Spielgeräte angesprochen, erklärt Bürgermeister Achim Großkurth, dass ihm die Mängel bekannt seien. Den Vorwurf, dass der Spielplatz deswegen nicht sicher sei, weist er jedoch zurück. Im Frühjahr habe es einen Sicherheitscheck gegeben. Vorgefundene Mängel wurden beseitigt und der Spielplatz offiziell zum Spielen freigegeben. Der Gemeindeverwaltung sei bewusst, dass das Holzgerüst nach nunmehr 13 Jahren seine beste Zeit hinter sich habe. Doch die Finanzen seien aufgrund des Schutzschirms knapp bemessen. Für dieses Jahr muss das Holzgerüst daher noch ausreichen. Nächstes Jahr soll es entsorgt und ersetzt werden. Außerdem sei dann auch eine überdachte Sitzgelegenheit geplant, die mit Spendengeldern finanziert wird. Die Idee der Eltern, selbst Hand anzulegen und beispielsweise die Holzeinfassung des Sandkastens auszutauschen, begrüßte Großkurth. Die Gemeinde werde dafür gerne das Material stellen. Im Cornberger Ortsteil Königswald habe so eine Zusammenarbeit auch wunderbar geklappt.

Spielplatz war für Dorferneuerung vorgesehen

Eigentlich hatte sich die Gemeinde Cornberg gewünscht, den Spielplatz mit der Förderung der Dorferneuerung zu erneuern. Doch das Land lehnte den Antrag ab. Die Sanierung des Spielplatzes sei Gemeindesache. Dafür fehle aber momentan das Geld. Dass Eltern sich so über den Spielplatz aufregen, war Großkurth nicht bekannt. Niemand sei diesbezüglich persönlich an ihn herangetreten. Ansonsten hätte man schon eher eine gemeinsame Lösung finden können. 

Quelle: HNA

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