Späte Blüte auf Feldern

Anbau von Zwischenfrüchten dient dem Grundwasserschutz

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Phacelia und Senf blühen im Herbst: Auf diesem Archivfoto, entstanden bei Niederellenbach, zeigt sich die ganze Pracht der Zwischenfrüchte. 

Bad Hersfeld/Ludwigs-au/Neuenstein. Leuchtend gelber Senf, violett blühende Phacelia und bunte Mischungen aus Sonnenblume, Lupine und anderen Herbstblühern sind aktuell auf einigen Feldern der Region zu bestaunen, sofern der Frost ihnen noch nicht den Garaus gemacht hat.

Diese Zwischenfrüchte bilden aufgrund ihrer grundwasserschützenden Wirkung einen wichtigen Baustein bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Diese zielt darauf ab, den ökologischen und chemischen Zustand der ober- und unterirdischen Gewässer stabil zu halten und/ oder zu verbessern.

In Bad Hersfeld, Ludwigsau und Neuenstein können sich Landwirte kostenfrei von einem Ingenieurbüro bezüglich grundwasserschonender Bewirtschaftung beraten lassen. Maßnahmenträger sind die Stadtwerke Bad Hersfeld. Beteiligte Gemeinden sind Bad Hersfeld, Ludwigsau und Neuenstein.

Finanziert wird das Projekt durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betreut durch das Regierungspräsidium Kassel. Die Zwischenfrüchte haben eine wichtige Aufgabe: Sie können das Auswaschen von Nitrat in das Grundwasser verringern und schützen den Boden vor Erosion.

Wie der Name „Zwischenfrüchte“ schon sagt, handelt es sich um Kulturen, die zwischen zwei Erntefrüchten angebaut werden können. Sie werden nach der Getreideernte im Juli und August auf Flächen ausgesät, die erst im Frühjahr wieder mit Mais, Sommergetreide oder Ackerbohnen bestellt werden.

Landwirte könnten ihre Felder in dieser Zeit auch brach liegen lassen, um vordergründig Zeit und Kosten zu sparen. Doch eine ganzjährige Begrünung bietet den besten Schutz für das Trinkwasser. Insbesondere die Auswaschung von Stickstoff wird durch Zwischenfruchtanbau reduziert, da dieser von den Pflanzen aufgenommen wird und je nach Winterhärte der Zwischenfrucht bis zum Frühjahr in der Pflanze gebunden bleibt. Dann werden die pflanzengebundenen Nährstoffe mineralisiert und stehen somit der Folgefrucht zur Verfügung.

Das Wachstum der Zwischenfrüchte verringert durch die Wasseraufnahme außerdem die Sickerwassermenge im Spätherbst, sodass das Auswaschungsrisiko durch den Zwischenfruchtanbau sinkt.

Der Trinkwasserschutz ist aber nur einer von vielen Vorteilen des Zwischenfruchtanbaus. Gut entwickelte Zwischenfruchtbestände verbessern durch ihre intensive Durchwurzelung die Bodenstruktur, schützen vor Verschlämmung und Erosion, unterstützen den Humusaufbau und erhöhen die für die natürliche Bodenfruchtbarkeit unersetzliche Aktivität des Bodenlebens. Nicht zuletzt bieten die blühenden Bestände Nahrung für Bienen und andere Insekten. (ank)

www.wrrl-bad-hersfeld.de

Quelle: HNA

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