Sorgen um Weißberghalle und Richelsdorfer Feuerwehrgerätehaus

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Die Großprojekte in Richelsdorf bereiten der Gemeinde Wildeck zurzeit Kopfzerbrechen: Der Ausbau der Weißberghalle kostet sehr viel mehr Geld, als im Haushalt eingeplant war

Wildeck. Die Pläne waren gut gemeint - doch jetzt ist die Gemeinde Wildeck auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf soll attraktiver werden - auch mithilfe des Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen. Doch bei allen drei Großprojekten knirscht es im Getriebe.

Die Weißberghalle wird saniert und mit zwei neuen Anbauten zu einem Bürger- und Vereinszentrum umgestaltet. Doch beim Bauen sind Probleme aufgetaucht. Sie haben bereits zu erheblichen Mehrkosten geführt und werden zu weiteren Mehrkosten führen. Das teilte der Beigeordnete Steffen Sauer auf Anfrage mit.

Unter anderem musste eine Bodenplatte aus Beton, die erhalten bleiben sollte, doch erneuert werden. Das wurde nach dem Abriss des Gebäudeteils entdeckt, in dem die Küche und der Sanitärtrakt früher untergebracht waren. „Die Fundamente der Platte waren nicht nach dem heutigen Stand der Technik gebaut worden“, erläuterte Bauamtsleiter Wilfried Kleinerüschkamp. Deshalb musste die Bodenplatte komplett erneuert werden. Kosten: etwa 40.000 Euro.

Im Rohbau fertig

Die beiden Anbauten Multifuntionsraum und Vereinsraum/Jugendraum sind im Rohbau fertig, berichtete der Bauamtsleiter. Zurzeit werden die Fenster eingebaut und die Gebäude endgültig ans Kanalsystem angeschlossen.

Jetzt stehen die Ausschreibungen für die Heizung, die Sanitäranlagen, die Lüftung und die Elektroinstallation an. Vorher muss aber entschieden werden, was aus dem Feuerwehrgerätehaus wird. Das Wildecker Parlament hatte bereits 2010 grünes Licht dafür gegeben, ein Darlehen von 350 000 Euro aufzunehmen, um das Gerätehaus neben der Weißberghalle neu zu bauen.

Auch die Frage, ob das Feuerwehrgerätehaus neu gebaut oder doch saniert wird, muss überdacht werden.

Angesichts der finanziellen Probleme der Gemeinde wird über diesen Beschluss aber wieder diskutiert. Es gibt bislang nur Schätzungen, was eine Sanierung kosten würde. „Eine genaue Berechnung muss erst erstellt werden“, betonte Sauer. Die Zusage für einen Zuschuss von 40 Prozent der Neubau-Kosten hatte das Land damals bereits gegeben, auch wenn dieses Projekt nicht über die Dorferneuerung finanziert werden kann.

Wird das Gerätehaus doch nicht neu gebaut, sondern saniert? Von der Entscheidung dieser Frage hängt auch ab, wie groß die Heizung in der Weißberghalle werden muss. Bei einem Neubau des Gerätehauses soll die Heizung der Halle das Gerätehaus mit heizen. Wird das Gerätehaus an der bisherigen Stelle saniert, kann die Hallen-Heizung kleiner ausfallen und so auf Dauer kostengünstiger werden.

Keine Bauruine

Die Weißberghalle wird aber in jedem Fall fertig gebaut. Eine Bauruine wird sie nicht - da sind sich alle Fraktionen im Parlament einig. Ursprünglich war geplant, dass die Bauarbeiten im August 2013 fertig sein sollten. Angesichts der Probleme ist zurzeit aber völlig offen, wann die Arbeiten abgeschlossen werden können.

Von René Dupont

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Quelle: HNA

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