Das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters spielte in der Stiftskirche

Solisten hielten Zwiesprache

Zwei erstklassige junge Musiker: die Solisten Sophia Jaffé (Violine) und Roland Glassl (Viola). Foto: Dürr

Rotenburg. Zum 17. Benefizkonzert in Rotenburg, organisiert durch Professor Christian Vallbracht, kam das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters in die Stiftskirche. Unter der Leitung von Johannes Rieger eröffnete die Ouvertüre C-Dur BWV 1066 von Johann Sebastian Bach den Konzertabend.

Schon vom ersten Ton an fesselte das Orchester die Zuhörer: homogener Orchesterklang, spannende Gestaltung mit transparenter Klangfülle, in der die einzelnen Instrumentengruppen stets auf kleine Gesten aufmerksam machten.

Hochkarätige Solisten

Nach Bach widmete sich das Programm zwei Wiener Klassikern: Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert. In der konzertanten Sinfonie Es-Dur von Mozart für Violine und Viola hatte das Orchester zwei hochkarätige, junge Musiker dabei. Sophia Jaffé (Violine) und Roland Glassl (Viola) interpretierten die Solostimmen. Beide Musiker versprühten eine intensive und doch ganz unterschiedliche Musikalität: Jaffé lebhaft, machte die Musik mit ihrer geschmeidigen Körperarbeit geradezu sichtbar – Glassl ruhig, agierte mit von innen heraus strömendem Esprit.

Es entstanden viele wunderschöne musikalische Momente zwischen Solisten und Orchester, es gab spannungsgeladene Zwiesprachen, wenn sich beide Solisten im feinsten Pianissimo zu verlieren schienen, um kurz darauf wieder aufzuwachen. Verspielt und heiter begeisterte die Sinfonie Mozarts.

Als Abschluss Schuberts Sinfonie C-Dur: Auch dabei gelang eine äußerst spannende Version des fast einstündigen Werkes. Musizierfreude, homogen-schöne Gestaltung jeder kleinen Geste in Seitenthemen, Unterhaltungen zwischen den Instrumentenklängen hielten die Spannung der Musik die ganze Zeit am Kochen. Jedes Seitenthema wurde achtsam musikalisch dargestellt, um die Hauptthemen wieder neu zu entdecken und zu gewaltigen Klängen zu führen. Beim Finale, einem Allegro vivace, entstanden so vielschichtige Bilder in wechselnden Facetten.

Lang anhaltender Applaus und viele persönliche Dankesbekundungen an den Leiter und den Organisator waren der Dank des Publikums für das Musikerlebnis.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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