Solar-Tankstelle: Mit Sonne den Akku laden

Tanken mit Stecker: Für die Stromtankstellen bei der Kirchner Solar Group wird nur ein Kabel benötigt.

Heinebach. Stromkabel, eine Säule und ein wenig Beton: Mehr braucht es für eine Solar-Tankstelle nicht. In Heinebach stehen bereits drei davon. Eine vierte soll noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Das Tanken ist an ihnen kostenlos. Den nötigen Strom liefert die Gemeinde Alheim selbst: Mit Solarenergie.

Getankt wird an den Säulen über ein Stromkabel. „In die Steckdose der Tankstelle passt jeder handelsübliche Stecker“, erklärt Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke.

Akku beim Rasten aufladen

Mit den Tankstellen will die Gemeinde vor allem Fahrer von E-Bikes und Segways ansprechen. „Sie können hier Rast machen und ihre Akkus aufladen“, sagt Lüdtke. Auch für Elektro-Autos eigenen sich die Solar-Tankstellen.

„Generell hat jeder seine eigene Elektro-Tankstelle zuhause“, sagt Lars Kirchner, Geschäftsführer der Kirchner Solar Group. Zum Aufladen der Elektro-Fahrzeuge könne jede Steckdose genutzt werden.

Für Pendler bietet sich zum Aufladen ihrer strombetriebenen Wagen die Säule am Heinbacher Bahnhof an. „Sie war 2010 die erste in der Gemeinde“, sagt Lüdtke.

An den Stecker

Zwei weitere Solar-Tankstellen stehen auf dem Gelände der Kirchner Solar Group. „Pro Woche kommen im Schnitt drei Autos hierher zum Aufladen“, sagt Kirchner. In seiner Firma werden die Säulen zum Tanken mit Sonnenenergie hergestellt. Je nach Ausführung kostet eine Solar-Tankstelle zwischen 1000 und 3000 Euro.

Aufgestellt werden können sie überall. Ein Sonnensegel oder eine Fotovoltaik-Anlage muss dazu nach Angaben von Kirchner nicht in der Nähe sein. „Die Solar-Energie muss nur ins Stromnetz eingespeist werden“, sagt er. Wie weit das von der Steckdose an der Tanksäule entfernt ist, spielt dabei keine Rolle.

Bürgermeister von Alheim: Georg Lüdtke

„In der Erzeugung ist der Solar-Strom so günstig, dass wir ihn an den Tankstellen umsonst abgeben können“, sagt Kirchner. Auf Internet-Portalen für Strom-Tankstellen sind die Säulen aus Heinebach nicht eingetragen. „Wir wollten einen Solar-Tankstellen-Tourismus vermeiden“, sagt Kirchner.

Bald soll eine vierte Solar-Tankstelle in Heinbach aufgestellt werden. Ihr Standort steht bereits fest: Am Schlachtschiff in der Fuldaaue. „Das Hochwasser hat uns nun erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Lüdtke. (vko)

Quelle: HNA

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