Schwimmhalle Obersuhl: Reparieren statt sanieren?

Gerhard Bick

Obersuhl. "Die Schwimmhalle in Obersuhl ist geöffnet und bleibt geöffnet.“ Davon geht Gerhard Bick (FDP) aus. Wenn kein Geld für eine grundlegende Sanierung da sei, werde eben repariert, was repariert werden müsse.

Vor allem die Be- und Entlüftungsanlage und die Wannenfolie müssten erneuert werden, damit der Betrieb in den kommenden Jahren weitergehen könne.

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Die DLRG habe ein tolles Konzept erstellt mit dem immense Kosten bei der Unterhaltung eingespart werden könnten, sagte Bick. Er sieht die Einsparmöglichkeiten ähnlich wie die SPD-Fraktion. Allein eine Anhebung der Eintrittspreise könne Mehreinnahmen von bis zu 10.000 Euro bringen. Zurzeit gebe es Gespräche mit dem Ministerium, damit der Zuschuss des Landes in Höhe von 390.000 Euro nicht verloren gehe.

„Nur noch ein Drittel der Schüler der Blumensteinschule kommt aus Wildeck. Wenn es keine Schwimmhalle mehr gäbe, könnten sie gleich nach Heringen oder Rotenburg gehen“, sagte Bick.

„Zukunftsorientiert“

Ewald Ellenberger

CDU, FWG und Grüne hatten im Parlament gegen eine Sanierung der Schwimmhalle gestimmt. Zwei Mitglieder der CDU-Fraktion hatten sich enthalten. Ewald Ellenberger, der Fraktionsvorsitzende der CDU, bezeichnete die Entscheidung der Kommunalaufsicht, die Aufnahme des Kredits nicht zu genehmigen, als „verantwortungsvoll und zukunftsorientiert.“ Diese Entscheidung richte sich nicht gegen die Obersuhler Kleinschwimmhalle, sondern sei ein Signal an alle Gemeinden. Jede Gemeinde müsse sich in Zukunft fragen, ob sie sich bestimmte Projekte noch leisten kann, sagte Ellenberger. „Mir graut nicht nur vor den Sanierungskosten, sondern vor allem auch vor den Folgekosten“, erklärte Ellenberger. Nach seinen Erfahrungen bleibe keine Sanierung im Kostenrahmen.

Jörg Krause

„Auf die Gemeinde kommen außerdem weitere Kosten zu, zum Beispiel für die Straßensanierung und die Kanalerneuerung“, betonte der CDU-Fraktionschef. Diese Projekte seien für die Infrastruktur noch wichtiger als die Schwimmhalle.

„Ich habe schon geahnt, dass die Ablehnung kommt“, erklärte Jörg Krause, der Vorsitzende der FWG-Fraktion. „Die Sanierung des Bades können wir uns im Moment nicht leisten.“ Das habe auch die Kommunalaufsicht bestätigt. Außerdem werde es nicht bei den geplanten Kosten der Sanierung bleiben, sondern zu Nachforderungen kommen.

„Bedeutet nicht das Aus“

Martina Selzer

Die Entscheidung der Kommunalaufsicht bedeute aber nicht das endgültige Aus, sagte der Vorsitzende der FWG-Fraktion. Das Bad könne auf jeden Fall erst mal so weiterbetrieben werden wie bisher, auch ohne grundlegende Sanierung.

„Die Grünen haben die Sanierung nicht abgelehnt, weil sie die Schwimmhalle für überflüssig halten, sondern weil sie eine Renovierung mit anschließendem Betrieb weiter wie bisher für unvertretbar hielten“, betonte Martina Selzer. Das scheine auch die Aufsichtsbehörde so einzuschätzen. (dup)

Quelle: HNA

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