Regine Meyer-Spelbrink absolviert soziales Jahr an Blumensteinschule in Obersuhl

Sie sieht die Arbeit

Pausenstimmung an der Obersuhler Blumensteinschule: Regine Meyer-Spelbrink, die hier ein soziales Jahr absolviert hat, war Schulleiterin Doritha Rudschewski (links) und Schulsozialarbeiter Jochen Berthel eine wichtige Stütze. Foto: Meyer

Obersuhl. Als Regine Meyer-Spelbrink im vergangenen Jahr ihre Schullaufbahn mit dem Abitur beendete, da wusste die jetzt 21-Jährige aus Nentershausen nicht so recht, wohin sie der weitere Weg führen würde. Sie entschloss sich, ein soziales Jahr zu absolvieren, und zwar an der Blumenstein-Gesamtschule in Obersuhl. Deren Schulleiterin Doritha Rudschewski empfindet es als „großes Glück“, eine so engagierte junge Frau an der Schule zu haben, und hofft deshalb, dass weitere junge Menschen dem Beispiel folgen.

Regine Meyer-Spelbrink ist einerseits in die Schulsozialarbeit, andererseits in den normalen Schulalltag eingebunden. Einen festen Stundenplan hat sie nicht, die Aufgaben variieren. Sie hilft Schülern, die am Nachmittag das Angebot der Hausaufgabenbetreuung nutzen, sie betreut die Bibliothek und die Lernwerkstatt mit, wo Schüler Bücher und Spiele ausleihen oder am Computer arbeiten.

Pflaster oder Trost spenden

Sie hat mit Erstaunen beobachtet, dass an der Blumensteinschule unentwegt Schüler das Sekretariat aufsuchen, wenn sie persönliche Anliegen haben. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie ein Pflaster ausgibt oder solchen Schülern Trost spendet, denen der Schulalltag über den Kopf wächst. Damit greift sie Schulsozialarbeiter Jochen Berthel unter die Arme. Der freut sich: „Sie spricht die Sprache der Jugendlichen.“

Das anfängliche Unbehagen, das Regine Meyer-Spelbrink angesichts des geringen Altersunterschieds zwischen ihr und den Schülern verspürte, löste sich schnell auf. Die Entscheidung, ob sie sich siezen oder duzen lassen sollte, ließ sie zunächst offen und stellte dann fest, dass es den Schülern wohler war, sie zu siezen. So konnte sie den Schülern bald auch als Autoritätsperson entgegentreten.

Im Januar während einer Projektwoche zum Thema Mobbing ließ sie Siebtklässler Plakate entwerfen und Rollenspiele spielen. „Ich will den Kindern vermitteln, dass sie gerne in die Schule gehen“, sagt sie.

Schulleiterin Rudschewski schätzt Regine Meyer-Spelbrink. Sie bringe Einfühlungsvermögen mit, halte eine gewisse Distanz zu den Schülern und könne sich durchsetzen. „Sie sieht die Arbeit“, erklärt Rudschewski. Meyer-Spelbrink ist über die Monate zu dem Entschluss gekommen, selber Lehrerin zu werden. Voraussichtlich wird sie Englisch und Erdkunde auf Lehramt studieren.

Nachfolger gesucht

Ende Juli endet das soziale Jahr. Doritha Rudschewski wünscht sich, dass es im neuen Schuljahr einen oder sogar zwei Nachfolger gibt. Die Möglichkeit biete sich nicht nur jungen Frauen, sondern auch jungen Männern, die den Bundesfreiwilligendienst absolvieren wollen. Wer Interesse habe, könne sich an das Zentrum für freiwilligen Friedens- und Zivildienst in Kassel oder direkt an die Schule (Tel. 06626/282) wenden.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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