Nadelstiche und Denkanstöße: Polizei und Fachleute informierten in Kirchheim

Die Sicherheit als Ernstfall

Instabile Lage: Die Polizeibeamten zogen diesen polnischen Sattelzug aus dem Verkehr, der auf Paletten sechs Tonnen Ladung durch die Gegend fuhr. Der Fahrer hatte Rasenmäher an Bord, die nach Meinung der Polizei und des Sachverständigen etwas professioneller hätten gesichert sein müssen. Der Fahrer musste die Spanngurte nachziehen, durfte dann jedoch weiterfahren. Uwe Schütz von der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld verließ sich auf den Rat von Dekra-Gutachter Harald Auth (kariertes Hemd).

Hersfeld-Rotenburg. Vor lauter parkenden Lastwagen war es gestern gar nicht so einfach, den Verkehrssicherheitstag des Polizeipräsidiums Osthessen auf dem Kirchheimer SVG-Parkplatz zu orten. In den normalen Parkplatzbetrieb mischten sich Sattelzüge, die von den sechs Streifenwagenbesatzungen aus dem Verkehr gezogen worden waren. Allerdings nur zur routinemäßigen Kontrolle.

Erst als die Anhänger mit Gurtschlitten oder Sicherheitszubehör die Wagenburg öffneten, war das gesamte Angebot des Sicherheitstages erkennbar. Mit Reaktionswand und Unfallwagen war das Landeskriminalamt dabei.

Zentraler Schauplatz

Fast 40 Polizeibeamte aus allen Dienststellen und Aufgabenbereichen hatte Herbert Bensing, der Leiter der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste, aufgeboten, um die Bedeutung Kirchheims als zentraler Schauplatz des landesweiten Aktionstages zu unterstreichen.

Weil es in Kirchheim an jedem ersten Mittwoch im Monat den regelmäßigen Fernfahrerstammtisch gibt, lag mal wieder das Schwergewicht des Tages auf den Brummifahrern. Die wurden nicht nur informiert, sondern auch an diesem Tag unter Ernstfallbedingungen kontrolliert.

Lenkzeiten und Papiere

Auf der freien Strecke oder auf dem SVG-Rastplatz wurden Lenkzeiten, Papiere technischer Zustand oder die Ladungssicherung kontrolliert.

Ein zeitaufwändiges Geschäft, wie Uwe Schütz von der Bad Hersfelder Polizeiautobahnstation erklärt. Deswegen spricht er im Zusammenhang mit den Kontrollen scherzhaft von einer Strategie der Nadelstiche. Keinesfalls, so Schütz, gehe es darum, die Fahrer zu ärgern oder deren Fahrplan durcheinander zu wirbeln.

Seitenhalt gering

Zumindest im Fall eines polnischen Lastwagenfahrers, der auf seinem Gardinenzug sechs Tonnen Rasenmäher beförderte, dauerte es ein Weilchen, bis sich die Fachleute einig waren, unter welchen Auflagen er seine Fahrt fortsetzen könne. Diese Sattelzüge, bei denen die Plane wie eine Gardine zum Be- und Entladen weggeschoben werden kann, bereiten der Polizei besonders große Sorgen.

Meist schlecht gesichert

Meist ist bei ihnen die Ladung schlecht gesichert, weil seitlich nur Bretter oder Aluminiumschienen eingeschoben werden. Trotz Rutschmatten kann bei einem plötzlichen Brems- oder Ausweichmanöver die Fuhre ein Eigenleben entwickeln. So werde Ladung zur Gefahr, erläuterten die Experten.

Von Kurt Hornickel

Quelle: HNA

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