Interkulturelle Tage Bebra: Teilnehmer aus 60 verschiedenen Nationen

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Gesang und kreativ gestaltete Stühle in der Kirche Solz: Der Singkreis des Kirchspiels mit (von links): Bärbel Roglin, Angelika Grunwald, Pfarrer Axel Dück, Marion Schüler, Marianne Heese, Gudrun Berg, Birgit Göbel und Nicole Schmidt.

Bebra. Gegenseitiges Verständnis der unterschiedlichen Kulturen und Glaubensgemeinschaften sollen die „Interkulturellen Tage“ in Bebra wecken, wo Menschen aus mehr als 60 Nationen leben.

„Muslime und Christen aus der Türkei und Syrien, evangelische und katholische Christen aus Bebra dokumentieren, dass Vielfalt nichts Trennendes, sondern etwas Bereicherndes und Verbindendes sein kann, wenn man aufeinander zugeht, wenn man miteinander redet“, sagte Bebras Bürgermeister Horst Groß zur Eröffnung.

Gelegenheiten, um miteinander ins Gespräch zu kommen, gab es reichlich – etwa während der Nacht der offenen Gotteshäuser und beim interkulturellen Fest auf dem Mehrzweckplatz.

„Es ist spannend, wie die Veranstaltung Gestalt gewinnt, denn Austausch ist immer lebendig“, sagt Hans-Wilhelm Herrmann, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und Vorsitzender des ökumenischen Arbeitskreises Bebra. Zum Auftakt mit der Autorenlesung von Osman Engin, einem Satiriker aus Bremen, war auch Zekai Tanriver gekommen, Vorstand des islamisch-türkischen Kulturvereins Bebra. Er stellte den neuen Imam der Gemeinde, Siddik Polat, vor.

Zur Nacht der offenen Gotteshäuser öffneten Kirchen und präsentierten Kulturangebote. In der Evangelischen Kirche Solz trat der Singkreis des Kirchspiels Solz auf. „Der Singkreis untermalt viele unserer feierlichen Anlässe in der Gemeinde“, berichtet Pfarrer Axel Dück. Zum Gesang erwartete die Besucher ein meditativer Rundgang, vorbei an kreativ gestalteten Stühlen, die von den diesjährigen Konfirmanden zu Themen wie Liebe, Gesundheit, Freundschaft und Erholung gebastelt worden waren.

In der Solzer Kirche waren auch Gäste aus Hannover, nämlich Doris und Erich Hofmann. Sie stehen mit ihrem Wohnmobil am Breitenbacher See und verbringen ein Wochenende in Waldhessen. „Wir besuchen hier meinen Bruder und seine Frau“, sagt Erich Hofmann, der seit 16 Jahren in Hannover lebt. „Als wir von der Nacht der offenen Kirchen erfuhren, haben wir uns spontan entschlossen, diese Einladung anzunehmen.“

Eine weitere Kirche mit offenen Türen war die Syrisch-orthodoxe Kirche in Bebra. Messdiener Aydin Izgin erklärte Wissenswertes zur Kirche, zur Gemeinde und zum Gottesdienst. „Unsere Gottesdienste kann man sich fast vorstellen wie eine Oper. Wir Messdiener singen die Liturgie mehrstimmig“, sagt Izgin. Der syrisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft gehören 160 Familien aus den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner an. Die Bibel, aus der der Priester liest, ist in aramäischer Schrift geschrieben.

Darüber staunten die Bebraer Konfirmanden, die in die syrisch-orthodoxe Kirche gekommen waren, nicht schlecht. „Wir nutzen die Einladung, um unseren Konfirmanden auch andere Konfessionen, Religionen und Kulturen vorzustellen“, sagt Johannes Nolte, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Bebra.

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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