Shkodran Mustafi: Auf dem Weg zur EM

Starke Leistung: Shkodran Mustafi.

München. Vor dem Spiel gegen den Weltmeister aus Deutschland hatte Italiens Fußball-Nationalspieler Roberto Soriano angekündigt, gern mit seinem früheren Vereinskollegen Shkodran Mustafi das Trikot tauschen zu wollen.

Dass sich sein Wunsch bis kurz vor Mitternacht noch nicht erfüllt hatte, lag an einem einfachen Grund: Mustafi, einst wie Soriano bei Sampdoria Genua angestellt, war nach dem 4:1 ein gefragter Mann und musste Interview um Interview geben.

Mustafi hatte zuvor im zehnten Länderspiel seine beste Leistung in jenem Trikot absolviert, das er nun verschenken sollte. Der Nordhesse lieferte Bundestrainer Joachim Löw gute Argumente, es vor der Europameisterschaft in Frankreich nicht so spannend zu machen wie vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Damals wurde der Mann aus Bebra erst aus dem Kader gestrichen - und im letzten Moment für den verletzten Marco Reus nachnominiert.

Diesmal scheint Mustafis Position gefestigter zu sein - erst recht nach seinem Auftritt gegen Italien. Mustafi verweigerte zwar eine Selbsteinschätzung, lobte dafür aber die Mannschaft, in der er eine nicht unwesentliche Rolle eingenommen hatte.

Mustafi spielte in einer Abwehr-Dreierkette den mittleren Part. Für ihn war diese Position ungewohnt - und doch wie geschaffen. Der 23-Jährige ist allein schon wegen seiner Stationen in vier verschiedenen Ländern enorm weit und selbstsicher. Das kommt ihm beim Dirigieren der Abwehr zugute. Außerdem kann er hier im Duell Mann gegen Mann seine Zweikampfstärke unter Beweis stellen. Italiens Simone Zaza bekam fast keine Schnitte gegen ihn.

Mustafi war hinterher froh, dass er sich überhaupt hatte zeigen dürfen: „Ich habe immer gesagt, dass ich mich für jede Position zur Verfügung stelle.“ Dem 23-Jährigen geht es darum, sich zu entwickeln. Das enthält auch, etwas auszuprobieren - wie das System mit der Dreierkette.

Mit der Leistung gegen Italien hat er Pluspunkte im Kampf der Innenverteidiger um einen EM-Platz gesammelt. Der aktuell noch verletzte Jerome Boateng und Mats Hummels sind gesetzt. Danach aber dürfte schon Mustafi kommen - vor Antonio Rüdiger und Jonathan Tah, wobei abzuwarten bleibt, was aus dem ebenfalls noch verletzten Benedikt Höwedes wird. Ob er also mit zur EM fährt? „Ich hoff es“, sagt der Profi des FC Valencia nur.

Als Mustafi das letzte Interview gegeben hatte, begab er sich auf die Suche nach Roberto Soriano. Ob er ihn gefunden hat, ist nicht gesichert. (hag)

Quelle: HNA

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