Sexualstraftäter mit Fußfessel in Freiheit

Nentershausen. Der 24 Jahre alte Mann aus Nentershausen, den das Landgericht Fulda im September wegen des sexuellen Missbrauchs von zehn Jungen zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt hatte, ist noch auf freißem Fuß.

Das teilte der Pressesprecher des Landgerichts, Richter Simon Trost, auf Anfrage mit.

Der Verteidiger des 24-Jährigen, Dr. Holger Rostek, hatte Revision gegen das Urteil eingelegt. Deshalb ist es noch nicht rechtskräftig. „Das ist ein normaler Vorgang“, betonte der Pressesprecher. „Ein Verurteilter muss erst dann in Haft, wenn das Urteil rechtskräftig ist.“ Das sei auch bei einem Sexualstraftäter so.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat noch nicht über die Zulassung der Revision entschieden. Bleibt die Revision erfolglos, wird das angefochtene Urteil mit der Entscheidung des Revisionsgerichts rechtskräftig. „Dann müsste der junge Mann zeitnah seine Haftstrafe antreten“, betonte Trost.

Hat die Revision zumindest teilweise Erfolg, dann verweist das Revisionsgericht die Sache zur neuen Entscheidung an das Gericht zurück, das das Urteil gesprochen hatte. Die neue Entscheidung treffen dann andere Richter dieses Gerichts.

Bewährungshelfer an Seite

Der 24-Jährige muss weiter eine elektronische Fußfessel tragen. Das hat das Gericht ihm zur Auflage gemacht. Damit kann sein Aufenthaltsort elektronisch überwacht werden. Er wird außerdem von einem Bewährungshelfer betreut.

Keine weiteren Vorfälle

In den vergangenen Monaten sei es zu keinen weiteren Ermittlungsverfahren gekommen. Deshalb gebe es keinen Grund, den 24-Jährigen wieder in Haft zu nehmen, sagte Pressesprecher Trost.

Der junge Mann war wegen des Missbrauchs von zehn Jungen aus seinem Bekanntenkreis verurteilt worden. Sie stammen aus den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. Bei der Tat waren sie zwischen acht und 15 Jahre alt. Die Taten hatten sich über mehrere Jahre hingezogen. Bei den ersten war der Verurteilte noch Jugendlicher.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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