Sendemast sorgt für Ärger bei Geflügelzuchtverein

Bekommen einen Sendemast direkt vor die Nase gesetzt: Karl (links) und Karsten Schöppner, Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Blumenfeld in Obersuhl. Foto: Dessauer

Obersuhl. Ein 50 Meter hoher Mobilfunkturm wird auf dem gegenüberliegenden Feld gebaut. Jetzt fürchtet der Geflügelpark in Obersuhl um die Attraktivität seiner Freizeitanlage.

Karl Schöppner und sein Sohn Karsten waren irritiert, als Ende April plötzlich direkt gegenüber ihres Geflügelparks in Obersuhl die Bauarbeiten für einen knapp 50 Meter hohen Mobilfunkturm begannen.

Die Schöppners sind die Vorsitzenden des dort beheimateten Geflügelzuchtvereins Blumenstein. Das Kuriose ist, dass die beiden, die das Grundstück von der Stadt gepachtet haben, über die Baumaßnahmen auf dem gegenüber liegenden Feld an der thüringisch-hessischen Landesgrenze nicht informiert wurden.

Der Geflügelpark, in dem mehr als hundert Hühner und Tauben leben und der im Sommer Gastgeber zahlreicher Schulfeiern und anderer Feste ist, besteht seit 51 Jahren. Die Schöppners fürchten nun um die Attraktivität ihres Standortes als Freizeitanlage.

Man wolle schauen, ob es noch die Möglichkeit gibt, den Bau zu stoppen, doch Karsten Schöppner macht sich keine großen Hoffnungen: „Dafür ist es wohl zu spät.“ Auch über eventuelle Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Strahlung wolle man sich informieren.

Was die Schöppners am meisten ärgere ist, dass im Vorfeld niemand mit ihnen über den geplanten Bau gesprochen hat. Auch auf die Frage, warum der Turm genau gegenüber des Geflügelparks gebaut wird, hätten die Schöppners bisher keine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Zwar habe sich Bürgermeister Alexander Wirth persönlich dafür entschuldigt, dass das Vorhaben nicht kommuniziert worden sei, die Frage, warum der Turm nicht weiter vom Park entfernt gebaut wird, konnte jedoch auch er nicht abschließend beantworten.

Auf Nachfrage erklärte Wirth: „Wir wollten den Sendemast dort auch nicht haben.“ Doch die Möglichkeiten, ihn woanders auf dem Grundstück zu bauen, seien begrenzt gewesen, da im unteren Bereich eine Wasserschutzzone beginnt und gegenüberliegend das Grüne Band verläuft.

Eine Positionierung inmitten der Ackerfläche sei aufgrund der Bewirtschaftung des Feldes schwierig gewesen, erklärte Nadja Speich, Vorsitzende des Architekten- und Ingenieurvereins (AIV) Bad Hersfeld.

George McKinney, Pressesprecher der Deutschen Telekom, erläutert, dass bei der Planung eines solchen Bauvorhabens wie in Obersuhl im Vorfeld Messungen angestellt würden, um den funktechnisch geeignetsten Standort zu ermitteln, damit das Ziel einer funktionierenden Mobiltelefonie im Sinne der Nutzer erreicht werden könne.

Diese Erklärungen machen Einwände schwierig und dürften für die Schöppners und den Geflügelzuchtverein kein Trost sein. Was hängen bleiben wird, ist die Enttäuschung darüber, dass man im Vorfeld nicht informiert wurde.

Quelle: HNA

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