Seit 40 Jahren ist die Blumensteinschule  Integrierte Gesamtschule

Schüler der BSO: Erst ab Klasse 9 gibt es Gymnasial-, Real- und Haupschulklassen.

Obersuhl. Die Blumensteinschule Obersuhl (BSO) fällt seit 40 Jahren aus dem Rahmen: Sie war 1973 die erste und lange Zeit einzige Integrierte Gesamtschule (IGS) im Kreis. Das erste Jahr gehörte noch die sogenannte Grundstufe dazu, die dann erst zur selbstständigen Grundschule wurde.

Der Fall der innerdeutschen Grenze bedeutete auch für die BSO die Einleitung vieler Veränderungen. Sie bekam mit dem Gymnasium in Gerstungen Konkurrenz in direkter Nachbarschaft.

Anfang der 1990er-Jahre sank die Schülerzahl auf knapp 300, auch wegen der abnehmenden Bevölkerungszahl Wildecks, die in den 80er-Jahren um 1000 Einwohner auf 5300 gesunken war. 1992 öffnete man sich für Schüler benachbarter Gemeinden. Die Gesamtschülerzahl stieg daraufhin auf über 500 bis 1999. Schlag auf Schlag veränderte sich die Schule in den folgenden Jahren: Die Elternakademie nimmt ihre Arbeit 2001 auf, ein Jahr später wird beschlossen, dass es keine Eingangsstufe an der Schule geben wird, Ganztagsangebote und Hausaufgabenbetreuung werden vorgestellt. Erstmals kommen 2002 auch Kinder aus Bebra-Stadt, Friedewald, Hohenroda und Schenklengsfeld nach Obersuhl. Als erste Schule im Landkreis wird die BSO vernetzt und bietet Informatik für alle Schüler an.

Dass die Schule gute Arbeit leistet, zeigen verschiedene Auszeichnungen. Immer wieder bestätigen sie das Bemühen, die Jugendlichen auf Ausbildung, Studium und Beruf gut vorzubereiten. Auch Preise bekam die BSO, etwa einen IHK-Schulpreis für hervorragende Ergebnisse in den Haupt- und Realschulprüfungen. Emilia – das ist nicht der Name einer Schülerin, sondern eine Abkürzung, erklärt Doritha Rudschewski, Schulleiterin und Nachfolgerin von Günther Schlosser, der 2005 in den Ruhestand ging. Mit dem Lernkonzept Emilia werden in den fünften und sechsten Klassen schwache ebenso wie starke Schüler speziell gefördert, der fächerübergreifende Projektunterricht und das Lernen des Lernens ins Blickfeld gerückt. Stichwort hier ist das selbst organisierte Lernen.

Individualisierte Lernformen gehörten unbedingt dazu, um den Begabungen der Kinder gerecht zu werden, denn an der BSO, so erklärt die Schulleiterin, werden alle Kinder bis Klasse sechs gemeinsam unterrichtet. Ab Klasse sieben gibt es Leistungskurse in Deutsch, Mathe und Englisch, und erst ab Klasse neun Gymnasial-, Real- und Hauptschulklassen. Die Einteilung der Kinder nach der vierten Klasse sei fatal, sagt Rudschewski. „Kinder bekommen bei uns Zeit, um ihre Begabungen zu entwickeln, Zeit für Hobbys und Zeit, Kind zu sein.“ Wer die 9. Hauptschulklasse besucht, hat einen Praxistag an den Beruflichen Schulen in Bebra. Die schriftliche Realschulprüfung schreiben auch die G-Schüler mit, und für die begabten Kinder gibt es Angebote wie das Cambridge-Zertifikat oder das französische Pendant DELF. MINT-freundlich Ganz neu und passend zum 40. Geburtstag der IGS: Erst gestern wurde die BSO als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). (ank)

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Quelle: HNA

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