Der 18 Jahre alte Lispenhäuser hat den Kasseler Koch-Club-Pokal gewonnen

Martin Weghofer: Sein Herz gehört der Küche

Von Florian Künemund

Lispenhausen. Fisch filetieren, Gemüse schnippeln, Desserts anrichten: Das gehört zu den täglichen Aufgaben von Martin Weghofer. Der 18-jährige Lispenhäuser ist Koch mit Leib und Seele. Kürzlich gewann er den ersten Kasseler Koch-Club-Pokal unter einer Konkurrenz von 17 Lehrlingen (wir berichteten).

Derzeit befindet sich Weghofer im dritten Ausbildungsjahr am Kloster Haydau in Morschen. „Wer diesen Beruf nicht wirklich liebt, der übt ihn langfristig nicht aus“, sagt Weghofer. Warum? „Wegen der Einschränkungen“, meint er. Arbeiten am Wochenende und bis in die Abendstunden – oft unter Zeitdruck – bedeuten auch für den 18-Jährigen, dass zum Beispiel keine Zeit für Vereinsaktivitäten bleibt. Zudem könne er nur selten für die Familie kochen. „Aber das macht mir nichts aus, der Beruf macht einfach Spaß“, sagt der Lispenhäuser. Er schätzt vor allem die kreative Komponente. „Ich kann mich entfalten, Menüs vorschlagen und die Gäste ab und zu mit einer kleinen Variation überraschen“, erklärt Weghofer. Die Gäste zufriedenzustellen, sei das große Ziel. „Wenn die Kellnerin mir ein Lob vom Tisch weitergibt, freut mich das sehr.“

Für den Beruf begeistert hat ihn sein Vater, der ebenfalls gelernter Koch ist. So kam es, dass sich Weghofer für ein Schulpraktikum in einer Sterne-Küche entschied und Gefallen an dem Job fand. Danach war klar: „Nach dem Hauptschulabschluss beginne ich eine Ausbildung zum Koch.“ Gesagt, getan. Und mit der Stelle im Kloster Haydau sei er hochzufrieden. „Ich habe dort eine Menge gelernt, sonst hätte ich wohl nicht den Preis gewonnen“, sagt Weghofer. Im Restaurant Poststation des Morschener Hotels bereitet er hauptsächlich Gerichte der regionalen und gehobenen Küche zu.

Später will Martin Weghofer in der gehobenen Gastronomie arbeiten. Nach dem Erwerb der Grundlagen in der Ausbildung möchte er die für einen Koch üblichen Wanderjahre durchlaufen, „also in mehreren Restaurants arbeiten, um möglichst viele Einflüsse und Spezialfertigkeiten kennenzulernen“, erklärt Weghofer. Seine Arbeitsplätze dürften dabei auch mal weiter weg von zu Hause sein. Doch vorher steht im Frühjahr die Abschlussprüfung an. „Ich bin sicher, dass ich das hinbekomme. Der Pokal-Wettbewerb war eine gute Vorbereitung“, sagt Weghofer. (flk)

Der Kasseler Koch-Club-Pokal:

Nach einem Vorentscheid haben sieben Koch-Azubis unter den Augen der Mitglieder des Kasseler Koch-Clubs um die Wette gebrutzelt und filetiert. Eine Woche später kürte Vorsitzender Jürgen Stöter Martin Weghofer zum Sieger. Er servierte eine Garnele in Ravioli als Vorspeise, Hasenrücken als Hauptgang und zum Nachtisch Birne. Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz wurden ebenfalls bewertet. Fast alle Teilnehmer besuchen wie Weghofer die Elisabeth-Knipping-Berufsschule in Kassel. „Ich bin schon stolz auf den Sieg“, sagt Weghofer. Der Koch-Club-Pokal ist ein Ableger des Innocenti-Pokals. (flk)

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