Besuch des Ministerpräsidenten in der Flüchtlingserstaufnahme in Rotenburg

Sehr viel besser als Zelte

Zurück vom Rundgang: Ministerpräsident Volker Bouffier (vorne links) und Regierungspräsident Walter Lübcke. Dahinter verdeckt Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und in der Mitte einer der beiden Einrichtungsleiter, Thomas Baader. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Die hohe Bereitschaft der Ehrenamtlichen zu helfen, müsse noch organisiert werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier bei seinem Besuch in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung. Er stellte sich nach einem einstündigen Rundgang in der Flüchtlingsunterkunft den Fragen der vor den Toren wartenden Presse. Journalisten dürfen zurzeit nicht auf das Gelände, dasselbe gilt für Ehrenamtliche.

Mit dem Hubschrauber war der Ministerpräsident eingeflogen und auf dem noch von der Bundeswehr genutzten Kasernengelände gelandet. Derweil standen sein Regierungssprecher Michael Bußer ebenso wie der neue Landrat Dr. Michael Koch, Vizelandrätin Elke Künholz und Bürgermeister Christian Grunwald vor dem Eingang zur Erstaufnahmeeinrichtung und begehrten Einlass.

Nichts geht ohne Ausweis

Ohne Ausweis wollte sie der zuständige Wachmann aber nicht einlassen. „Ich kenne Sie nicht, ich muss Ihre Ausweise sehen“, erklärte der Mann, und berief sich auf seine Anweisungen. Als gebürtiger Armenier stammt er wie die Flüchtlinge selbst aus einer bedrohten Volksgruppe. Grunwald holte daraufhin noch seinen Ausweis, Bußer war ratlos. Schließlich lösten sich die Probleme. Die Politiker erhielten Einlass, die Journalisten blieben draußen.

9.30 Uhr: Die Karawane der Flüchtlinge in die Stadt beginnt. Erst verlassen zwei junge Männer das Gelände, dann eine Familie mit zwei kleinen Kindern und immer mehr kleine Gruppen junger Männer laufen zu Fuß die Dickenrücker Straße herunter.

Exzellente Unterkünfte

10.05 Uhr: Der Tross der Politiker kommt wieder aus dem Teil der frisch renovierten Kaserne, die jetzt von den Flüchtlingen belegt ist. Bouffiers Eindruck: „Sehr gut“, sagt er, die Räumlichkeiten seien exzellent im Vergleich zu den anderen, teils Zeltunterkünften, die er in den vergangenen Tagen gesehen hat und wo keine Privatheit möglich ist, Familien mit Babys und junge Männer sich arrangieren müssen. Hier ist Platz, ein weites Gelände.

Bouffier möchte vor allem denen danken, die sich vor Ort einsetzen. Auf die Resolution der Rotenburger Stadtverordneten mit Forderungen nach Sozialarbeitern und mehr Personal für die Polizei ging er nicht näher ein. Alle Standorte von Flüchtlingseinrichtungen hätten diesen Bedarf. „Fragende Sorgen“ der Bevölkerung an den Standorten würden sich aber nach einer Anlaufphase geben. „Dann klappt es doch gut. Das kann man hier wunderbar spüren“, sagte Volker Bouffier.

Er erwähnt die Albaner, die auf eine Chance hofften, aber in der Regel nicht bleiben dürfen. „Wir brauchen schnellere Entscheidungsverfahren des Bundes und ein europäisches Asylmanagement“, spricht’s und weiter geht’s zur Verabschiedung von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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