Am Donnerstag Bürgerversammlung zu geplanten Windkraftanlagen im Haselgrund

Sechs Räder auf dem Berg

Seifertshausen/Erkshausen. Über den geplanten Bau von Windkraftanlagen im Bereich des Haselgrundes soll in einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 11. April, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Erkshausen informiert werden. Die Stadtverordneten hatten in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig bei einer Enthaltung entschieden, dass ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Informiert werden die Bürger unter anderem vom Umweltbeauftragten Heinrich Wacker und vom Leiter der Stadtwerke, Stephan Heckeroth.

Voraussichtlich sechs Windkraftanlagen könnten nach Angaben von Heckeroth auf Flächen entlang der Franzosenstraße oberhalb von Seifertshausen installiert werden. Möglich seien bis zu 13. Voraussetzung: Die Eigentümer stimmen zu. Bei Hessen Forst und der Stadt selbst gibt es da keinen Zweifel, private Eigentümer werden noch befragt. Als vom Windaufkommen her geeignet gilt ein Gebiet, das laut Plan etwa vom Callandkopf im Norden bis zum Eselsrück im Süden geht.

Ein zweites geeignetes Gebiet befindet sich auf der anderen Seite des Ortes, im Bereich Eichkopf/ Kegelskopf. Das Gebiet könnte nach Auffassung der Verantwortlichen der Stadt Rotenburg erweitert werden bis zur Gemarkung Bei den drei Steinen. Diese Erweiterung ist allerdings im Regionalplanentwurf noch nicht vorgesehen.

Bei diesem Gebiet wäre aufgrund der Lage eventuell auch die Gemeinde Alheim mit im Boot, erklärte Stephan Heckeroth. Bekanntlich entwickeln die Zubra-Kommunen Bebra, Rotenburg und Alheim die Windenergiefelder gemeinsam. Sie haben entsprechend ein Bieterverfahren für Investoren ausgeschrieben. Nach Angaben des Stadtwerkeleiters gibt es sechs ernstzunehmende Bewerber.

Die 2,5 Megawatt-Windkraftanlagen würden inklusive Rotorblätter etwa 200 Meter hoch. Jede steht auf einem 26 Quadratmeter großen Fundament. Pro Anlage müssen samt aller Nebenkosten etwa fünf Millionen Euro veranschlagt werden. Allein der Wegebau zu den Anlagen wird nach Einschätzung von Heckeroth mehrere Hunderttausend Euro kosten. In der Bauphase werden 5000 Quadratmeter Fläche benötigt.

Bürgerbeteiligung geplant

Wer Fläche zur Verfügung stellt, erhält dafür Pacht. Die wird anteilig berechnet. Die Zubra-Kommunen waren sich im Vorfeld einig, dass es eine Bürgerbeteiligung an den Anlagen geben soll. Gedacht ist zum Beispiel an eine Genossenschaft. Die Rotenburger Stadtwerke zum Beispiel wollen sich finanziell beteiligen. Die Stadt hat das Ziel, den Strombedarf von jährlich 69 Millionen Kilowattstunden rechnerisch möglichst schnell aus regenerativen Energien zu decken. 65 Prozent soll die Windkraft dazu beitragen, 25 Prozent soll über Fotovoltaik-anlagen gewonnen werden, zehn Prozent über Biomasse.

Bis sich die ersten Räder drehen werden, dauert es noch: Die Betreiberfirma, die letztendlich den Zuschlag erhält, muss zunächst 18 verschiedene Gutachten in Auftrag geben. Dabei geht es zum Beispiel um Vogelschutz, Lärmbelastung, Geologie, Archäologie und Schattenwurf. Erst Ende 2015 werden die Windräder in Betrieb gehen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare