Programm endet allerdings 2014 – auch Flüchtlinge betroffen

Sechs Klassen sollen bei Eingliederung helfen

Hersfeld-Rotenburg. 1002 junge Erwachsene haben seit dem Jahr 2000 die sogenannten Eibe-Klassen an der Beruflichen Schule Obersberg (BSO) besucht. Darunter waren zuletzt auch dem Kreis Hersfeld-Rotenburg zugewiesene Flüchtlinge.

Das Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Erwerbswelt (Eibe), das vom Hessischen Kultusministerium und dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird, läuft allerdings 2014 aus. Ob und wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest.

An der BSO sei das Programm gut angenommen worden, auch für das neue Schuljahr lägen schon 88 Anmeldungen vor, sodass sechs Klassen eingerichtet würden. Der Kreis hat 18 Flüchtlinge angemeldet, darunter auch drei unbegleitete Minderjährige. Im vergangenen Jahr waren knapp 15 Teilnehmer vom Kreis in das Eibe-Programm vermittelt worden.

„Da dem Landkreis vermehrt Flüchtlingsfamilien und Jugendliche zugewiesen werden, wird der Bedarf weiter wachsen“, teilt dazu Kreispressesprecher Michael Adam mit. Vergleichbare Angebote zum Erreichen eines Schulabschlusses gebe es für diese Betroffenen nicht. Auch Frank Hildebrand als Fachbereichsleiter Migration betrachtet das Ende von Eibe mit Sorge.

„Eibe ist ein gelungenes Modell zur Integration“, meint Uwe Seitz, Abteilungsleiter an der BSO und bis 2011 Koordinator der Eibe-Klassen. Auch für die Schüler ohne Migrationshintergrund sei es problematisch, wenn das Programm nicht fortgesetzt wird. Laut Seitz habe die Landesregierung vor, dieses zukünftig in ein gestuftes Berufsfachschulmodell einfließen zu lassen, das allerdings einen Großteil des Klientels ziemlich sicher überfordere.

Aus dem Kultusministerium heißt es, die Eingliederung sei eine Herzensangelegenheit von Ministerin Nicola Beer. Diese werde sich dafür einsetzen, dass es weitergeht. HintergrunD, Zum Tage

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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