Wildecks Gemeindevertreter stimmen mehrheitlich für eine Saison Weiterbetrieb

Abstimmung: Schwimmhalle soll öffnen

Das Thema Kleinschwimmhalle zieht: Mehr Zuhörer als sonst üblich verfolgten die Debatte der Wildeck Gemeindevertreter in Bosserode. Foto: Huseljic

Bosserode. Die Kleinschwimmhalle in Obersuhl wird nach der aktuellen Freibadsaison weiterbetrieben Das beschlossen die Wildecker Gemeindevertreter mehrheitlich in namentlicher Abstimmung am Donnerstag in Bosserode.

Damit verbunden ist allerdings kein grundsätzliches Ja zur Sanierung der Schwimmhalle. 16 Gemeindevertreter folgten damit dem Antrag von Gerhard Bick (FDP), neun stimmten dagegen und drei enthielten sich. Die Nein-Stimmen kamen aus den Reihen von CDU, FWG und Grünen.

Den zweiten Teil seines Antrags, nämlich den auf Sanierung der Kleinschwimmhalle, zog Bick nach heftiger Debatte zurück und folgte damit Bürgermeister Jürgen Grau. Der hatte den Antrag des Gemeindevorstandes, einen Grundsatzbeschluss für die Sanierung zu fassen, schon zu Beginn der Sitzung zurückgezogen. Begründet hatte Grau dies damit, dass die Gemeinde noch immer nicht über einen genehmigten Haushaltsplan für 2012 verfüge.

Die aus dem Jahr 1977 stammende Kleinschwimmhalle sollte mit einem Kostenaufwand von 1,03 Millionen Euro saniert werden, dazu gibt es einen Zuschuss vom Land von 390 000 Euro. Der Hallenbadbetrieb wird von der Gemeinde mit jährlich etwa 120 000 Euro bezuschusst.

Vehemente Befürworter der Sanierung sind auch Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Obersuhl. Die hatten in mühevoller Arbeit ein Konzept zur Sanierung und zum kostensparenden Weiterbetrieb der Halle erarbeitet. Ihr ehemaliger Vorsitzender, der SPD-Gemeindevertreter Michael Kaufmann, hatte eigens sein Vereinsamt niedergelegt, um an der Debatte und der Abstimmung teilnehmen zu können. Damit wollte er sicherstellen, dass er nicht unter die Regelung der Hessischen Gemeindeordnung fällt, die eine Teilnahme bei einem Widerstreit der Interessen untersagt. Kaufmann war es auch, der die namentliche Abstimmung beantragt hatte.

„Comedy hoch drei“ seien die Anträge der übrigen Fraktionen, meinte er. Die „Schauanträge“ würden so lange gestellt, bis der Landeszuschuss wieder zurückgezogen werde, mutmaßte er.

Die Grünen und die CDU hatten weitere Anträge zum Thema gestellt, nach denen der Bauausschuss die Möglichkeiten zum Erhalt der Kleinschwimmhalle noch einmal ergebnisoffen überprüfen sollte. Sie bekamen allerdings dafür keine Mehrheit.

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Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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