Bahn will ab 2013 Wände bauen, Bund zahlt – auch für Schallschutzfenster

Schutz gegen den Lärm

Viele Häuser in Bebra befinden sich dicht an den Gleiskörpern, ganze Wohngebiete sind von Schienen umschlossen.

Bebra. In der Eisenbahnerstadt Bebra sollen die Anwohner besser vor Lärm geschützt werden. Alle Eigentümer von Häusern, an denen der Lärm den rechnerischen Durchschnittswert von 60 Dezibel nachts übersteigt und die 1974 oder frührer gebaut wurden, werden von den Lärmsanierern der Bahn angeschrieben und gefragt, ob sie sich an dem vom Bund finanzierten Programm beteiligen wollen.

Wo Lärmschutzwände nicht ausreichen oder nicht vorgesehen sind, können andere Maßnahmen bezuschusst werden, wie etwa Fenster. Das Programm wurde während einer Bürgerversammlung am Dienstagabend im Saal des Hotels Röse vorgestellt. Dazu hatte Parlamentsvorsteher Herbert Börner eingeladen.

Die Häuser müssen von 1974 oder älter sein. Das erforderliche Alter der Häuser gehört zu einer der Spielregeln, erklärte Ulrich Kalka von DB Netze, dem Bauherrn. Der Projektleiter Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes erläuterte das Programm gemeinsam mit Alexander Rahier.

Kalka betonte, es handele sich um eine freiwillige Maßnahme des Bundes, aus der keine Ansprüche erwüchsen.

Geplant sind zahlreiche Schallschutzwände. In Bebra-Nord sieben mit insgesamt 4200 Metern Länge, die den Lärm um etwa die Hälfte mindern sollen: am Göttinger Bogen, Alheimer Weg, in den Bereichen Eichendorffstraße und Herman-Löns-Weg auf beiden Seiten der Strecke, Otto-Kraffke-Straße.

Die Wände sollen drei Meter über die Schienenoberkante ragen. 1700 Meter Lärmschutzwände (zwei bis drei Meter hoch) sind im Weiteröder Dreieck entlang der Strecke nach Bad Hersfeld sowie von Bebra nach Eisenach geplant. Die Wände werden so nah wie möglich an die Schienen gebaut, im Abstand von etwa 3,80 Metern zum Gleiskörper.

Neben den Wänden kann der Lärm auch durch Schienenschmieren oder das „besonders überwachte Gleis“ gemindert werden.

Projektleiter Kalka beantwortete auch zahlreiche Fragen: Schienenstegdämpfer, so erläuterte er auf einen Hinweis von Gerhard Mühlbauer, minderten den Schall kaum, einen hörbaren Unterschied machten aber Holz- gegenüber Betonschwellen.

Christina Kindler fragte nach der Möglichkeit, die vorliegenden Pläne nachzubessern. Die freiwillige Maßnahme des Bundes verlaufe nach festen Regeln, sagte Kalka. Geschützt werden Gebäude bis Baujahr 1974, die Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein und Grenzwert ist ein Lärmpegel von 60 Dezibel nachts, wobei der Lärmpegel errechnet, nicht gemessen werde.

Einige beklagten laute Bremsgeräusche. Günther Kinscher klärte auf: „Was ihr da hört, sind Kurvengeräusche, keine Bremsgeräusche.“

Die Lärmschutzwände sollen in den Jahren 2013 bis 2015 gebaut werden. Neue Fenster und Ähnliches können laut Kalka danach, frühestens ab Ende 2014, gefördert werden.

Von Gudrun Schankweiler-Ziemrann

Quelle: HNA

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