Schutz für Bienen-Völker

Imker befürworten geplantes Pestizid-Verbot der EU

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Bienenschwarm: Imker Gunther Koch hat in seinem Garten in Bosserode zwölf Bienenvölker. Er ist Vorsitzender des Imkervereins Blumenstein und für das geplante Pestizid-Verbot der EU.

Bosserode. Im Garten von Gunther Koch liegt ein Summen in der Luft: Seine zwölf Bienenvölker schwärmen aus, um Nektar zu sammeln. „Bei dem schlechten Wetter konnten sie nicht fliegen“, sagt der Imker aus Bosserode. Deshalb haben sie die Rapsblüte und die frühen Obstblüten verpasst.

„Dieses Jahr wird es wohl weniger Honig geben“, sagt er. Der bisher gesammelte Honig muss im Bienenstock bleiben, damit die Insekten genug zu fressen haben.

Dem Vorsitzenden des Imkervereins Blumenstein liegen die Bienen am Herzen. „Honig ist eines der wenigen Nahrungsmittel, die direkt aus der Natur auf unseren Frühstückstisch kommen“, sagt er. Damit das noch lange so bleibt, setzt Koch sich für den Schutz der Bienen in der Region ein.

Zusammenarbeit mit Bauern

Zusammen mit seinen Vereinskollegen hat er die Landwirte in der Gemeinde Wildeck besucht. Angestrebt ist eine Partnerschaft zwischen Bauern und Imkern. Eine Idee: Die Imker stellen ihre Völker neben Rapsfeldern auf. Das erhöhe sowohl den Raps- als auch den Honigertrag.

Im Gegenzug verpflichten sich die Landwirte, ihre Pflanzen nur am Abend zu spritzen, wenn die Bienen nicht mehr unterwegs sind. Außerdem erhalten die Bauern nach Angaben von Koch 600 Euro vom Land Hessen, wenn sie einen Blühstreifen mit Blumen für die Bienen anlegen. In diesem Fall entfallen allerdings die Agrarsubventionen für die Fläche.

„Wir haben hier in der Region viele aufgeschlossene Landwirte“, sagt Koch. Sie seien bereit, zumindest weniger zu spritzen. Auch das geplante Pestizid-Verbot der EU freut den Imker. „Dieses Zeug gehört nicht auf die Felder“, sagt er.

Ab Dezember sollen die Beizmittel Neonicotinoide verboten werden – ein Thema, das die Imker schon seit Jahren beschäftigt. 2008 sind nach Angaben von Koch im Bereich des Rheingrabens 11 500 Bienenvölker gestorben, weil sie mit Beize in Kontakt kamen.

„Das Gift greift das Nervensystem der Bienen an“, erklärt er. Die Insekten verlieren die Orientierung und finden nicht mehr zurück in ihren Bienenstock. Deshalb ist das Pestizid nur schwer nachweisbar. „Der Kollaps der Bienen kommt dadurch nicht heute oder morgen, aber er kommt“, ist sich der Imker aus Bosserode sicher. Das geplante Pestizid-Verbot ist für ihn ein wichtiger Schritt in Sachen Bienen-Schutz.

Quelle: HNA

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