Schüler überführen Täter im Unterricht

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Rebecca Roß und Katharina Linke entnehmen ihren Zellen die DNA.

Bebra. Was normalerweise nur im Fernseh-Krimi zu sehen ist, hat der Biologiekurs der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums Bebra selbst praktiziert: Studenten des molekularbiologischen Schülerlabors „Science Bridge“ der Universität Kassel haben sie beim Erstellen eines genetischen Fingerabdrucks betreut.

Die Schüler wendeten das Verfahren an, das in Laboren zur Überführung von Tätern bei Verbrechen oder beim Vaterschaftstest angewendet wird. Die Schüler verwendeten hierfür ihre eigene DNA.

Dazu war kein Blut wie in den Krimis erforderlich: Es reichte ein Gurgeln mit Wasser, um Zellen der Mundschleimhaut zu lösen. Das Verfahren verläuft dann in drei Schritten: Nachdem die kleinsten Teile des Körpers entnommen waren, wurde aus ihnen die DNA, der Träger der Erbinformation, isoliert. Mit der Chemikalie SDS (Sodiumdodecylsulfat), die auch in Spülmittel enthalten ist, wird die Zellmembran aufgebrochen.

Danach wird die DNA gereinigt. Mit der PCR-Methode (Polymerase-Kettenreaktion), die mit einem Nobelpreis gekrönt wurde, haben die Schüler die DNA kopiert und danach der Größe nach aufgetrennt. Dies geschieht mithilfe eines ähnlichen Wirkstoffs, wie er auch beim Gelieren von Wackelpudding verwendet wird.

Die Beruflichen Schulen bemühen sich als MINT-freundliche Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) besonders um den naturwissenschaftlichen Unterricht. „Es sollten mehr Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, dieses Experiment zu machen“, lobte Tugba Dalkiran.

Die Schüler hatten Spaß an dem Experiment, heißt es weiter in einer Pressemitteilung vonseiten der Schule. „Einen besonderen Eindruck haben die Hightech-Geräte der Universität Kassel hinterlassen“, erklärt die Biologielehrerin Sarah Dunagan-Block. Die angehenden Abiturienten gewannen auch einen Einblick ins Labor und erhielten aus erster Hand Informationen über das Studium.

Im Sommer geht Professor Dr. Wolfgang Nellen, der das Schülerlabor betreut, in den Ruhestand, und dann droht „Science Bridge“ das Aus. Dass dies nicht passiert, dafür laufe eine Petition, heißt es weiter. (kni/red)

Quelle: HNA

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