34-jähriger Unfallfahrer verursachte den Tod seines Bruders – Verfahren eingestellt

Schon genug gestraft

Bad Hersfeld / Hönebach. Es war nur ein kleiner Fahrfehler, der am frühen Morgen des 12. September 2012 eine große Tragödie verursachte: Auf der Fahrt zur Arbeit hatte ein 34-jähriger Rumäne aus Bad Hersfeld auf der Landesstraße zwischen Hönebach und Obersuhl die Kontrolle über seinen Pkw verloren und war mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen.

Die beiden mit im Wagen sitzenden Brüder des Rumänen wurden dabei erheblich verletzt, der auf dem Beifahrersitz so schwer, dass er noch am selben Tag in einer Erfurter Klinik verstarb.

Wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung musste sich der Unfallfahrer jetzt vor der Bad Hersfelder Strafrichterin Silvia Reidt verantworten. Der Angeklagte konnte sich das Geschehen im Nachhinein nur so zusammenreimen, dass er wohl versucht habe, die Lüftung der teilweise beschlagenen Frontscheibe zu regulieren.

Dabei müsse er mit dem rechten Vorderrad auf die Bankette geraten sein und anschließend die Lenkung überrissen haben.

Kein Alkohol im Spiel

Da kein Alkohol im Spiel war und die Geschwindigkeit des Pkw vielleicht für die Verhältnisse etwas zu flott, aber mit 85 bis 95 km/h im Rahmen des Erlaubten war, konnte dem Rumänen am Ende nur besagter Fahrfehler angekreidet werden.

„Für ihn eine Tragödie“

„Für ihn eine Tragödie“, sagte Richterin Reidt mit Blick auf den Angeklagten und dachte auch laut über eine Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld nach.

Die wurde im allgemeinen Einverständnis dann auch beschlossen. Eine Geldauflage von 600 Euro muss der Rumäne an die medikids bezahlen.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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