Vermehrt Betrüger unterwegs

Schockanrufe: Warnplakate der Polizei auf Deutsch und Russisch

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Hersfeld-Rotenburg. Die Polizei geht neue Wege, um die Bevölkerung vor Betrügern zu schützen. Da mit einer aktuellen Masche gezielt ältere Russlanddeutsche um ihre Ersparnisse gebracht werden sollen, wendet sie sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg gezielt an den möglichen Opferkreis.

Auf einem zweisprachigen Plakat mit dem deutlichen Titel „Abzocke mit Schockanrufen“ wird auf Deutsch und Russisch vor den Betrügern gewarnt. „Wir wollen noch breiter informieren, um auch jene Personen zu erreichen, die von der Masche bisher noch nicht gehört“, sagt Polizeisprecher Manfred Knoch.

Das Warnplakat der Polizei als pdf

Die Plakate hängen bereits seit vergangenem Jahr in öffentlichen Einrichtungen aus. Damals haben Betrüger erstmals versucht, mit russischen Schockanrufen gezielt Aussiedler aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion übers Ohr zu hauen.

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Zwölf Russlanddeutsche in Rotenburg, Bebra und Bad Hersfeld erhielten einen Anruf, dass ihr Sohn oder ihre Tochter einen Unfall verursacht hat und nun dringend viel Geld braucht, um die Operation des Opfers zu bezahlen. Sonst drohe Gefängnis. Elf der zwölf Angerufenen, waren skeptisch und sind nicht auf die Forderung eingegangen. Nur eine 74-jährige Rotenburgerin fiel auf die Betrüger herein und zahlte ihnen 10.000 Euro in Bar.

Zeugen waren vorbereitet

„Wir wissen von den Zeugen, dass einige bereits die Plakate gelesen haben, mit denen wir auf diese Masche hinweisen. Sie waren vorbereitet“, sagt Knoch. Deshalb kommt des Plakat nun verstärkt zum Einsatz und wird auch über die Medien verbreitet. Knoch hofft, dass auch Nachbarn und Verwandte russischstämmige Menschen in der Region auf die Gefahr der Schockanrufe hinweisen. So soll verhindert werden, dass weitere Russlanddeutsche von den Betrügern hereingelegt werden. (mcj)

Hinweise: Polizei in Rotenburg, Tel. 0 66 23 / 93 70.

Quelle: HNA

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