Jakob-Grimm-Schule: Schnuppertag für junge Forscher

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Wie funktioniert eigentlich eine menschliche Hand? Marie und Leon basteln mit Christine Stolle eine aus Pappe und Schnüren.

Rotenburg. Für Eva Salzmann ist die Sache klar. Ihre Tochter Lia ist die geborene Forscherin, unterhält mit dem Nachbarskind einen eigenen Detektivclub. Logisch, dass Lia in den Fächern Kriminalistik und Geheimschriften an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule richtig aufgehoben ist.

Die Schule lud Kinder der vierten Klassen am Samstag ein zu einem naturwissenschaftlichen Schnuppertag im Förderstufengebäude.

Lehrer Marc Heinzerling erklärt den Hintergrund: Die Schule will naturwissenschaftlich interessierten Kindern die Möglichkeit geben, ihrem Interesse ein stärkeres Profil zu verleihen. Ähnlich den schon bestehenden Sport- und Musikklassen im Jahrgang fünf und sechs sollen in der Mittelstufe Klassen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt entstehen.

Erst Arbeitsgemeinschaften

Um die Schüler darauf vorzubereiten, wird die Schule den Kindern des nächsten Fünferjahrgangs Arbeitsgemeinschaften mit naturwissenschaftlichem Bezug anbieten. Da wird es um Farben und Geheimschriften gehen, um Gewässer, um technische Geräte aus dem Alltag.

Während Eva Salzmann mit anderen Müttern und Vätern in der Cafeteria der Förderstufe sitzt, gewinnen deren Kinder in zwanzig-minütigen Einheiten Einblicke in das, was sie erwartet. Biologie-Lehrerin Maria Awgustow lässt die Viertklässler schätzen, wie viele Lebwesen sich in einem halben Liter Fulda-Wasser tummeln. Zahllose umherwirbelnde Kreaturen entdecken die Kinder dann unter dem Mikroskop und korrigieren ihre Schätzung von 20 auf einige 1000.

Nebenan staunen Kinder von der Heinebacher Lindenschule, wie Wasser und Kapillarkräfte auf einem Stück Papier ein regenbogen-buntes Bild aus einem schwarzen Filzstiftfleck machen. Unter den Augen des bleichen Skeletts im Biologieraum basteln Marie und Leon eine Hand aus Pappe und Trinkhalmen. Wie beim Menschen Muskeln und Sehnen, bringen Schnüre die Finger dazu, sich zu krümmen. „Bionik“ heißt dieser Schnupperkurs.

Liebevoll vorbereitet

Äußerst liebevoll haben die Lehrer den Schnuppertag vorbereitet. Den Eingang zum Klassenzimmer, wo Fingerabdrücke genommen werden, versperrt dekorativ ein Absperrband der Polizei. Und die Lehrer wissen offenbar, wie Kinder zu begeistern sind. Kescher und Gummistiefel werden zum Einsatz kommen, verspricht Maria Awgustow. „Da dreht man Steine um.“

Den Schülern gefällt das. Über 60 Kinder aus den Grundschulen in Rotenburg und Alheim sind zum Schnuppern gekommen, und die Naturwissenschafts-AGs sind für viele ein Grund, sich jetzt schon auf das nächste Schuljahr zu freuen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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