Heiderich: „Geistal-Trasse vom Tisch“, Roth: „Klarheit nötig“

Schnellbahntrasse durch das Geistal soll neu geplant werden

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Damit der Fernreiseverkehr schneller durch Deutschland läuft, war auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg eine Trasse neu geplant worden. Wegen des massiven Widerstands wird es nun neue Pläne geben.

Hersfeld-Rotenburg. Die geplante Schnellbahntrasse zwischen Kirchheim und Blankenheim, die so genannte Geistal-Trasse, ist „vom Tisch“.

Das teilt der Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) mit. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur habe die mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) am 21. März veröffentlichte Trasse jetzt schriftlich als erledigt erklärt. Auch Staatsminister Michael Roth (SPD) hatte das bereits signalisiert.

Die Trasse sollte über riesige Brückenbauwerke durch das Geistal und das Rohrbachtal führen und zwar an Bad Hersfeld vorbei, ohne dort anzuhalten. Das hatte für massive Proteste in den betroffenen Kommunen und im ganzen Kreis gesorgt.

Trassenführung völlig offen

In einem persönlichen Schreiben an den CDU-Politiker teilt der zuständige Staatssekretär Rainer Bomba mit: „Die genaue Trassenführung ist völlig offen. Der bisher veröffentlichte Konzeptentwurf beinhaltet keinerlei Trassenfestlegung im Raum Bad Hersfeld“. Im Gegenteil: Für den nördlichen Abschnitt Kirchheim- Blankenheim würden die Planungen erst jetzt beginnen. Dazu sei die DB Netz AG als Träger des Bauvorhabens aufgefordert. Die Planungen müssten dann von Anfang an öffentlich vorgestellt werden.

„Auch unserer Forderung, dass Bad Hersfeld auf jeden Fall in die zukünftige Trassenführung eingebunden sein muss, wird Rechnung getragen“, freut sich Heiderich. Das Ministerium werde einen entsprechenden Untersuchungskorridor für den Bereich Kirchheim – Bad Hersfeld – Blankenheim direkt im überarbeiteten BVWP-Entwurf darstellen. Wie die zukünftige Schnellbahntrasse in diesem Bereich verlaufen solle, sei dann von allen Beteiligten im Laufe des Planungsverfahrens zu konkretisieren.

Damit habe das Ministerium die Forderungen aus dem Kreis übernommen, betonte Heiderich. Dass sich von Landrat Koch über alle Bürgermeister bis hin zu den Bürgerinitiativen und vielen einzelnen Bürgern alle sofort und massiv gewehrt hätten, habe bis zu Minister Dobrindt persönlich Eindruck hinterlassen, erklärt Heiderich.

Größtmögliche Klarheit bei der Planung

Auch Staatsminister Michael Roth hatte am Montag persönlichen Kontakt mit Minister Dobrindt und begrüßt es, dass das Verkehrsministerum sich vom Konzeptentwurf distanziere. „Das ist ein weiteres Signal, dass die Trasse so nicht kommen kann. Das finde ich gut“, erklärte er. Unbestritten sei jedoch, dass die Ertüchtigung des Schienennetzes kommen müsse. Jetzt müsse ein Konzept entwickelt wrden, bei dem die Region miteingebunden sei.. „Größtmögliche Klarheit wäre gut“, betont Michael Roth.

Fehling erleichtert

Sehr erleichtert reagierte Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling auf die Nachricht. „Diese Kuh ist erstmal vom Eis! Ich freue mich sehr, dass unsere gemeinsame Kraftanstrengung in Stadt und Kreis starken Eindruck gemacht hat“, sagte er. „Ich hoffe, dass wir nun vor Ort bei den Planungen frühzeitig eingebunden werden und gemeinsam eine konsensfähige Lösung finden. Auf diesen inhaltlichen Dialog sind wir vorbereitet.“

Baumann verhalten optimistisch

Verhalten optimistisch reagierte dagegen Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann. Er will erst einmal abwarten, ob die Trasse tatsächlich nicht im Bundesverkehrswegeplan steht, wenn der in den Bundestag eingebracht wird. Auf jeden Fall ist er der Meinung, dass es durchaus angebracht gewesen wäre, wenn das Bundesverkehrsministerum einen seiner vielen Briefe beantwortet und ihn persönlich über die akutelle Entwiclung informiert hätte.

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Quelle: HNA

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