So schnell wie zehn Forstarbeiter: Harvester bei der Waldarbeit

Rotenburg. Harvester haben die Holzernte revolutioniert. Die gewaltigen Spezialmaschinen knicken Bäume mühelos um. Auch im Wald nördlich von Rotenburg sind sie derzeit im Einsatz.

Joystick statt Säge: Wenn im Wald die Holz-ernte ansteht, rücken nur noch selten Forstarbeiter mit der Motorsäge aus. Baumfällarbeiten erledigen inzwischen immer öfter riesige Holzerntemaschinen, die sogenannten Harvester.

Die oft mehr als 20 Tonnen schweren und acht Meter langen Spezialfahrzeuge können mit ihrem Hightech-Werk ganze Bäume in nahezu einem Arbeitsschritt verkaufsfertig bearbeiten.

Haben die Greifarme einen Baum fixiert, geht alles ganz schnell: Die ausfahrbare Motorsäge fällt den Baum, Vorschubwalzen ziehen ihn dann durch das Aggregat. Dabei wird der Baum entastet und auf das gewünschte Maß geschnitten.

„Ein Holzvollernter schafft ungefähr so viele Bäume wie zehn Forstwirte“, veranschaulicht Harvester-Fahrer Tobias Wolf vom Weiteröder Forstbetrieb Holstein die Leistungsfähigkeit seines Arbeitsgeräts. Bei gutem Wetter könne er problemlos 100 Festmeter Holz pro Tag verarbeiten. Das entspreche etwa 200 Bäumen.

Rückegassen schonen Wald 

Harvester gibt es in verschiedenen Ausführungen und in unterschiedlicher Leistungsstärke: zum Beispiel mit Reifen, mit Raupenlaufwerk oder gar mit Stelzen für besonders steile Hänge.

Um die Bodenverdichtung und Wurzelschäden möglichst gering zu halten, fahren Harvester aber nicht kreuz und quer durch den Wald, sondern benutzen extra dafür angelegte Rückegassen. Dank zehn Metern Kranreichweite kann er so Flächen mit Gassenabständen von 20 Metern bearbeiten. Die unbefestigten Wege, die zum zusätzlichen Schutz oft mit Reisig ausgelegt sind, werden bei jeder Holzernte wiederverwendet.

Harvester: Maschine fällt Bäume im Wald bei Rotenburg

Transport zum Waldweg 

Sind die Baumstämme passend gesägt, kommt der Rückezug zum Einsatz. Das Schlepperfahrzeug, das auch Forwarder genannt wird, transportiert das Holz über die Rückegassen zu einem befestigten Waldweg. Von dort holen sich dann Sägewerke und andere Kunden ihr vorbestelltes Holz ab.

Von Sebastian Schaffner 

In der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra stellen wir einen Harvester im Detail vor.

Quelle: HNA

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