KCV-Theatergruppe begeisterte mit dem Stück „Lasst uns froh und munter sein“

Schnee an Heiligabend

Großes Gelage: Gerade noch hat Opa Willi (Karl Knierim) „Süßer die Glocken nie klingen“ intoniert, schon fallen (von links) Helga, Birgit, Bernd, Oma Liese, Inge, Harry, Werner und Hartmut um und singen „In München steht ein Hofbräuhaus“ . Fotos: Apel

RONSHAUSEN. Weihnachten kommt immer so plötzlich. Da kann es schon mal passieren, dass man am späten Morgen des Heiligen Abends noch immer keinen Weihnachtsbaum hat, dass man an der „Krone“ vorbeigeht und darin versackt, und dass man in höchster Not eine schlecht gewachsene Fichte aus Nachbars Garten mitgehen lässt.

Genau das erleben Vater Hartmut (Steffen Hildebrandt) und Sohn Bernd (Dominik Tobi), und weil sie allzu sehr „geladen“ haben, soll das Ganze vor Mutter Helga (Karin Blümer) verheimlicht werden. Oma Liese (Andrea Rohrbach), Opa Willi (Karl Knierim) und Tochter Birgit (Madleine Lambrecht) kommen auf die Idee, dass bei Wambachs die Kuh kalben könnte und dass die beiden Kneipengänger als Geburtshelfer gebraucht werden könnten

.Aber lange lassen sie sich nicht wegsperren, und so nimmt das von Sonja Horst geschriebene und von der Theatergruppe des Kultur- und Carnevalvereins Ronshausen inszenierte Heiligabend-Stück „Lasst uns froh und munter sein“ seinen Lauf.

Da sich auch noch der in Friedewald verheiratete, allen leiblichen Genüssen aufgeschlossene Onkel Werner (Volker Banz) mit Tante Margot (Katrin Schade) und die als geizig verschriene Tante Inge (Doris Kersch) mit ihrem neuen Lebensgefährten Harry Hengst (Harald Lambrecht) angesagt haben, jagt eine Pointe die andere. Weil kein Lametta mehr da ist, hängt Helga getrocknetes und mit Ofenrohr-Farbe gestrichenes Sauerkraut an den Baum.

Weil Onkel Werner beim Trinken keine Grenzen kennt, gerät er schnell mit seiner Frau in Streit. Und auch Oma und Opa werfen sich wenig Nettes an den Kopf. Nur beim stotternden Harry entwickelt sich alles zum Positiven. Wird er anfangs noch als brotloser Künstler und Heiratsschwindler eingestuft und nur von Oma verteidigt: „Harry macht einen kariösen Eindruck!“, entwickelt er sich überraschenderweise zum vermögenden, die wahren Werte schätzenden Zahnarzt, der die ganze Familie mit Geschenken bedenkt.

Das mit viel Lokalkolorit und nicht immer zitierfähigen Anmerkungen zum Thema Nummer 1 gewürzte Stück, bei dem vor allem Volker Banz mit Spielfreude und derbem Witz überzeugte, klingt aus mit einem großen Gelage. Werden anfangs noch Weihnachtslieder gesungen, ändert sich das schnell. Oma Liese wird wieder jung, verblüfft mit einem furiosen Tanz, und es als es dann noch so stark schneit, dass der Besuch nicht mehr nach Hause fahren kann, hilft nur noch „Engelhardt“. Der Knaller zum Schluss: Wambachs kriegen tatsächlich ein Kalb und Hartmut und Bernd müssen dabei ziehen helfen.

Reichlich Applaus belohnte die Schauspieler, die Regisseure Ulrike Bless und Günther Wollenhaupt und das im Hintergrund wirkende Team für ein kurzweilig inszeniertes Stück, das den Ronshäusern einmal mehr den zweiten Weihnachtstag versüßte.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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