Nordlicht lebt in Atzelrode

Schmalfeldt ist neuer Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Rotenburg

Vor der Tür seines neuen Gemeindehauses: Klaus Schmalfeldt, der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Rotenburg, wird am Sonntag in sein Amt eingeführt. Foto: Apel

Rotenburg. Klaus Schmalfeldt ist der neue Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Rotenburg. Seine Gemeinde ist mit etwa 60 Mitgliedern vergleichsweise klein.

Sein Gemeindehaus, in dem er am Sonntag von Bundessekretär Bernd Kanwischer in sein neues Amt eingeführt wird, dagegen vergleichsweise groß.

Möglicherweise gerade richtig für Klaus Schmalfeldt, den neuen Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Rotenburg, denn der in gut einem Monat 55 Jahre alt werdende, aus Schleswig-Holstein stammende Landwirts- und Postbeamtensohn ist schon ganz schön rumgekommen.

In seinem für ihn neu hergerichteten Büro, in dem die obligatorische Bücherwand steht, erzählt er, dass er eine Ausbildung zum Landwirt absolviert und 1983 Abitur gemacht hat. Mit viel kirchlicher Jugendarbeit mit Bibelarbeit, Mitwirkung bei Gottesdiensten und Fahrten ins In- und Ausland groß geworden, spürte er während seines 18-monatigen Zivildienstes in einer von einer kirchlichen Bruderschaft getragenen Einrichtung für Drogenabhängige und psychisch Kranke, dass es ihm Spaß macht, die christliche Botschaft zu vermitteln. Folgerichtig fing er 1985 ein Theologiestudium an, das er 1990 an der Freien Theologischen Akademie in Gießen abschloss.

Gleich danach blieb ihm gar nichts anderes übrig, als als Pastor „ins kalte Wasser zu springen“. Er tat dies in einer bei Heilbronn gelegenen Baptistengemeinde, in der er auch seine Ehefrau Brigitte kennenlernte, die er 1995 heiratete und mit der er zwei, jetzt 18 und 15 Jahre alte Töchter hat. Weitere Stationen waren Solingen und Osterode am Harz, wo er 18 Jahre lang die Freie evangelische Gemeinde leitete und gerne mit den anderen örtlichen Kirchengemeinden zusammenarbeitete.

„Gute Verbindungen sind mir wichtig!“, unterstreicht er - sicherlich auch mit Blick auf seine neue Gemeinde, in die man nicht einfach so hineingeboren wird: „Man muss vor der Gemeinde bekennen, dass man mit Jesus Christus leben und seine frohe Botschaft weitergeben möchte!“ Schmalfeldt ist es deshalb ein großes Anliegen, die Mitglieder der Gemeinde in der Lehre der Bibel zu unterweisen, gerade Jugendlichen den Glauben nahezubringen und mit seiner Gemeinde in die Stadt hineinzuwirken - gerade jetzt, in einer Zeit, in der es erklärtes Ziel der Rotenburger ist, den vielen, in ihrer Stadt untergebrachten Flüchtlingen zu helfen.

Seine privaten „Zelte“ hat der sich selbst noch immer als „Nordlicht“ bezeichnende bescheidene Geistliche in Atzelrode aufgeschlagen. Das Arbeiten im Garten, der Kontakt mit den Nachbarn, Wandern und Radeln in und um Rotenburg - all das ist ihm neben dem Beschäftigen mit Oldtimern aus den 50er-Jahren Ausgleich für seine Arbeit, über die er einen Vers aus Psalm 32 stellen möchte: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten.“

Zur Person:

Pastor Klaus Schmalfeldt wurde am 27. November 1960 in Bad Segeberg geboren. Ganz in der Nähe der Karl-May-Spiele-Stadt wuchs er in dem kleinen Ort Heiderfeld auf einem kleinen Bauernhof auf. Nach Landwirtschaftslehre, Abitur, Zivildienst und Theologie-Studium in Gießen übernahm er Pastorenstellen in Massenbach bei Heilbronn (1990-1995), Solingen (1995-1998) und Osterode am Harz (1998-2015). Seit 20 Jahren ist er mit seiner aus der Pfalz stammenden Ehefrau Brigitte verheiratet und inzwischen Vater zweier Töchter. Am Sonntag, 11. Oktober, um 14 Uhr, wird Schmalfeldt, der gerne Biografien liest, in einem feierlichen Gottesdienst von Bundessekretär Bernd Kanwischer (Witten) in sein neues Amt eingeführt.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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