Landesamt für geschichtliche Landeskunde legt Hessischen Städteatlas Rotenburg vor

Ein Schatz für die Stadt

Freude über den Hessischen Städteatlas Rotenburg (von links): Melanie Müller-Bering (Kartographin), Professorin Dr. Ursula Braasch-Schwersmann (Direktorin Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde), Dr. Uta Löwenstein, von der die Stadtmappe Rotenburg bearbeitet wurde, Stadtarchivarin Angela Pooch, Professor Dr. Holger Th. Gräf (Landesamt für geschichtliche Landeskunde) und Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Foto: Steinbach

Rotenburg. Für Bürgermeister Christian Grunwald ist der neue Hessische Städteatlas Rotenburg „ein besonderer Schatz“. Das historische Grundlagenwerk wurde jetzt in der Fuldastadt vorgestellt. Rotenburg ist beim Städteatlas ganz vorn mit dabei. Dass der zwölfte Atlas im Hessenland der Stadt an der Fulda gewidmet ist, „hat mich mit nicht geringem Stolz erfüllt“, sagt Haide Schreiber, Vorsitzende des Rotenburger Geschichtsvereins.

Bisher gibt es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nur den Band über die Kreisstadt Bad Hersfeld. 118 weitere Städte-Atlanten werden in den nächsten Jahren vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde herausgegeben.

Dessen Direktorin, Professorin Dr. Ursula Braasch-Schwersmann, sprach Dr. Uta Löwenstein „allergrößten Dank“ aus. Die aus Rotenburg stammende frühere Archivleiterin im Ruhestand gilt als eine der besten Kennerinnen der historischen Überlieferungen und hat die Stadtmappe Rotenburg ehrenamtlich und unentgeltlich bearbeitet.

Etwa um 1200 wurde ein Mauerring um das frühere Rotenburg angelegt, berichtete Uta Löwenstein. Doch das Wachstum der Stadt und ihres Marktes ließ zu wünschen übrig. Schon damals wirkte sich die fehlende Anbindung an die wichtigen und großen Verkehrswege nachteilig aus. Nachdem viele Stadtbewohner im 30-jährigen Krieg der Jahre 1618 bis 1648 ums Leben gekommen waren, dauerte es bis ins 18. Jahrhundert, bevor die ersten Häuser außerhalb der Stadtmauer gebaut wurden.

Bereits 1340 war aber die Neustadt als eine eigene Gemeinde auf der anderen Fuldaseite angelegt worden. Damals sozusagen auf einer Neustadt-Insel, weil es nördlich der neuen Siedlung einen Fulda-Altarm gab, der in späteren Jahren verlandete. 1607 wurden Alt- und Neustadt vereinigt.

Im kartographischen Grundlagenwerk Städteatlas finden sich viele weitere wissenschaftlich gesicherte Informationen. Der Atlas bietet nicht nur Material für die Forschung, sondern auch für Behörden, Stadtplanung und Tourimus sowie für den Unterricht an Schulen. Und das Werk ist spannend für alle Bürger, die an der Geschichte der Stadt Rotenburg interessiert sind.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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