Seit Aschermittwoch üben manche Verzicht – Fragen und Antworten zum Basenfasten

Satt werden beim Fasten

Davon kann man nie genug haben: Karin Schaper präsentiert Obst und Gemüse, das beim Basenfasten reichlich gegessen werden darf. Foto: Schäfer-Marg

Richelsdorf. Die Fastenzeit hat in dieser Woche offiziell begonnen. Für Karin Schaper ist Fasten ein Synonym für „Besinnen“. Allerdings geht es der 51-jährigen Ernährungsberaterin aus Richelsdorf dabei auch sehr konkret um das Besinnen auf das Wesentliche, das der Körper braucht – eine Rückführung zu natürlichen, gesunden Lebensmitteln. Karin Schaper ist eine Verfechterin des Basenfastens. Sie erklärt das Prinzip.

?Was versteht man unter Basenfasten?

!Basenfasten ist der vorübergehende Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel. Dazu gehören alle tierische Produkte, Getreide und Zucker sowie Kaffee und alle Teesorten außer Kräutertee. Im Gegensatz zum Heilfasten darf man während des Basenfastens essen – und zwar bis man satt ist. Ziel ist es, den Stoffwechsel zu entlasten und einen balancierten Säure-Basen-Haushalt zu erreichen. Positiv am Rande: Man verliert Pfunde, die Haut wird besser, man fühlt sich fitter.

?Den Sinn von Zuckerverzicht kann man ja auch als Laie gut nachvollziehen. Aber was ist denn so schlimm an Joghurt oder Steak oder gar an einem Vollkornbrot?

!Diese Lebensmittel werden vom Körper sauer verstoffwechselt. Das heißt, die Stoffwechsel-Endprodukte werden im Bindesgewebe eingelagert und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Eine Übersäuerung des Körpers kann mitverantwortlich sein zum Beispiel für Rheuma, Arthrose und Osteoporose, Asthma, Bluthochdruck und Stoffwechselerkrankungen.

?Was darf man denn während des Basenfastens essen?

!Obst, Gemüse, Nüsse, Saaten wie Sesam und Kartoffeln sind erlaubt. Dazu ein gutes, kaltgepresstes Öl.

?Wie sieht ein typischer Fastentag aus?

!Zum Frühstück kann man viel Obst mit Mandeln oder Nüssen, Orangensaft und etwas Leinöl zu sich nehmen. Obst sollte nur morgens gegessen werden, weil abends keine Gärprozesse im Körper ablaufen sollten. Die entstehen aber durch Obstessen. Mittags kann man einen üppigen Salat mit Kräutern und Nüssen essen und Kartoffeln dazu. Das dürfen sogar Bratkartoffeln sein, wenn sie mit einem wertvollen Öl zubereitet werden. Auch gegartes Gemüse mit vielen Kräutern kann auf den Mittagstisch. Abends kann man zum Beispiel eine Gemüsesuppe essen oder noch Reste vom Mittag – allerdings keinen Salat wegen des nächtlichen Gärprozesses, der dann einsetzen würde.

?Macht das denn satt? Ich muss doch leistungsfähig bleiben und darf an der Arbeit nicht von Magenknurren gestört werden.

!Die basische Ernährung macht satt, weil man von der Menge her nicht eingeschränkt ist und weil sie eine hohe Nährstoffdichte hat. Der Körper bekommt, was er braucht. Anfangs kann es wegen der Umgewöhnung bei dem einem oder anderen noch zu leichtem Hungergefühl kommen.

?Was darf man beim Basenfasten trinken?

!Viel stilles Wasser und Kräutertee. Natürlich keinen Alkohol, aber auch kein kohlensäurehaltiges Mineralwasser, keinen Früchtetee.

?Warum darf ich nur eine begrenzte Zeit, maximal drei Wochen basenfasten, wenn doch die Ernährung so gesund ist ?

!Der Körper braucht auch Eiweiß. Das sollte ihm nach dem Fasten wieder zugeführt werden. Das Basenfasten ist als Einstieg für eine bewusstere, basenreiche Kost gedacht. Zur Beruhigung: Kleine Sünden wie ein Eis oder ein Stück Kuchen sind nach der Fastenphase wieder erlaubt. Aber es kann sein, dass der Körper sie nicht mehr mag, die Sünden nicht mehr gut bekommen.

Grundsätzlich gilt: Basenreich essen soll nicht zum Zwang werden, das Leben muss nicht umgekrempelt werden. Basenfasten kann ein Einstieg in eine besonnenere und gesündere Lebensweise sein.

Karin Schaper hält am Dienstag, 16. Februar, ab 19.30 Uhr einen Vortrag in der Stadthalle Bad Hersfeld über das Basenfasten. Veranstalter ist der Naturheilverein, der sechs Euro Eintritt nimmt.

Von Silke Schäfer-Marg

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