Sauna- und Gastronomiebereich im Heringer Ganzjahresbad sollen im Mai fertig sein

Sanierung vor Abschluss

Verbindung: Durch diese Türen gelangen die Benutzer des künftigen Saunabereichs zurück zum Schwimmbecken.

Heringen. Kurz vor Weihnachten 2010 hat die Stadt Heringen ihren Hallentrakt im Ganzjahresbad eröffnet. Im Mai dieses Jahres sollen dann endlich auch der Sauna- und Gastrobereich folgen. „Vielleicht wird es auch Juni. Das hängt davon ab, wann die Handwerker im Freien weitermachen können“, berichtet Bürgermeister Hans Ries.

Fast 2,5 Millionen Euro musste die Stadt für den Turm-Komplex hinblättern. Denn aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten hatten die Verantwortlichen der Stadt auf einen Abriss verzichtet. „Künftig sollten wir bei Projekten aber auf alte Bausubstanz verzichten und komplett neu bauen. Das ist immer die günstigere Variante“, sagte Ries bei der Baustellenbesichtigung.

Viel Einsparpotenzial

Bis zu 800 000 Euro hätte die Stadt seiner Meinung nach bei einem Neubau sparen können. Doch die Uhren ließen sich nun nicht mehr zurückdrehen, bedauert Ries. Die Stadtväter hatten sich vorsichtshalber für den Erhalt des Turms entschieden, nachdem der damalige Stadtverordnetenvorsteher Eckhard Bock (CDU) 2009 Kontakt mit der Landesdenkmalpflege in Marburg aufgenommen hatte, um zu erfahren, ob der Turm nicht vielleicht doch erhaltenswert sei. „Danach haben wir aus verständlichen Gründen einen kompletten Neubau nicht mehr in Erwägung gezogen. Die schlafenden Hunde waren geweckt“, erinnert sich der Bürgermeister.

In aufwendiger und akribischer Kleinarbeit ist nun in den vergangenen Jahren der alte Komplex komplett umgestaltet worden. Im Keller sind drei Saunen entstanden. Hinzu kommt noch eine Infrarotkabine. Der Saunabereich ist direkt mit den Becken des Hallenbads verbunden. Lediglich zwei Türen müssen geöffnet werden. Über eine Treppe sind im Freien zudem eine vierte Sauna sowie eine hölzerne Ruhezone zu erreichen.

Wer aus dem Hallenbad in den Gastronomiebereich im Turm gelangen möchte, der muss mit dem Fahrstuhl eine Etage nach oben fahren. Auf dieser Ebene befindet sich dann auch die Küche.

Eine Etage darüber entsteht eine Theke. Dieser Bereich steht für Gäste offen, die nicht aus dem Schwimmbad kommen, wohl aber in die Gaststätte möchten. Er ist über eine Außentreppe zu erreichen. Ein Gastroraum sowie die bewirtschaftete Terrasse runden das Angebot ab. Aus dem Erdgeschoss gelangen die Speisen ebenfalls über einen integrierten Fahrstuhl nach oben.

Einige Interessenten

Wer letztlich die Gastronomie in dem Turm am Ganzjahresbad in Heringen betreiben wird, ist noch offen. „Es gibt mehrere Interessenten. Wenn sich alle in dem Turm umgeschaut und ihre Angebote unterbreitet haben, werden wir vom Magistrat darüber entscheiden, welchen Pächter wir nehmen“, erklärt der Bürgermeister.

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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