Saisoneröffnung im Heimat- und Bergbaumuseum Nentershausen am Karfreitag

„Natascha“: Die Skulptur einer liegenden Frau auf der rechten Seite ist im Heimat- und Bergbaumuseum in Nentershausen zu sehen. Die kleine „Natascha“ wurde von einem russischen Gefangenen im Lager in Nentershausen aus einem Stück Kupfererz herausgearbeitet.

Nentershausen. Das Heimat- und Bergbaumuseum in Nentershausen wird die Besucher bei der Saisoneröffnung am Karfreitag mit einem Kunstwerk überraschen: Die Skulptur einer liegenden Frau auf der rechten Seite.

Das Besondere an dem Exponat: Die Figur wurde aus einem Stück Kupfererz herausgearbeitet. Der Sockel besteht aus Grauliegendes, die Unterlage des Kupferschiefers. Der Künstler war ein russischer Gefangener, der von 1942 bis 1945 in einem Lager in Nentershausen untergebracht war und im Kupferschieferbergbau arbeiten musste.

Während dieser Zeit ist das Kunstwerk entstanden. Wie der Gefangene die Figur aus dem Kupfererz herausgearbeitet hat, ist für Heinz Probst, stellvertretender Vorsitzender des Heimat- und Bergbaumuseums, ein Rätsel: „Die Gefangenen besaßen offiziell nur einen Aluminiumlöffel.“ Die kleine „Natascha“ (den Namen erhielt die Skulptur von den Museumsmitarbeitern) war ein Geschenk und ein Dankeschön zugleich an den damaligen Fahrsteiger Paul Klaus, der mit den Gefangenen im Bergwerk arbeitete. Probst vermutet dahinter eine Aktion der Nentershäuser Familien, die zur Verpflegung der Gefangenen ein wenig beitrugen, obwohl sie es nicht durften. Das waren hauptsächlich Pellkartoffeln mit Salz, die von Mädchen zum Lager gebracht und durch die Absperrgitter gereicht wurden.

Das Kunstwerk der liegenden Frau wurde von Paul Klaus an seine in Melsungen wohnende Tochter Erika Hadamczik vererbt, die das Exponat jetzt dem Heimat- und Bergbaumuseum in Nentershausen schenkte.

Sie selbst ist ihrem Heimatort immer noch sehr verbunden und auch Mitglied in dem Verein, der die Bergbaugeschichte im Richelsdorfer Gebirge dokumentiert.

Das Heimat- und Bergbaumuseum in Nentershausen ist von Karfreitag, 25. März, bis 31. Oktober jeden Sonn- und Feiertag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach telefonischer Vereinbarung möglich: 06627/274, 06627/919591 oder 06627/8168. (zvk)

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