Müllverband gründet Service-Gesellschaft – Klare Trennung der Kassen soll Steuervorteile bieten

MZV rüstet sich für neue Aufgaben

Bebra. Das Geschäft mit Müll wird vielfältiger. Darauf hat sich der Müllabhol-Zweckverband Rotenburg vorbereitet. Der öffentlich-rechtliche Verband mit Sitz in Bebra wird ein privates Tochterunternehmen gründen, die MZV Service GmbH.

Den entsprechenden Beschluss hat die Verbandsversammlung einstimmig gefasst. Aktueller Anlass für die Gründung sind die Pläne, auf dem MZV-Betriebshof an der Philipp-Reis-Straße in Bebra eine Fotovoltaikanlage in Betrieb zu nehmen. Als Stromproduzent wird der MZV zwangsläufig zum Unternehmer.

Mit Müllabfuhr betraut

„Das wollen wir ganz klar von unseren hoheitlichen Aufgaben trennen“, erklärte der MZV-Geschäftsführer Bernhard Skolik. Der Verband ist mit der Müllabfuhr in Rotenburg, Bebra und Ronshausen betraut.

Doch die neue GmbH hätte laut Skolik noch weitere Vorteile: „Wir wollen das Gleis bereiten, damit wir unkompliziert auf neue Geschäftsfelder vorstoßen können, wenn sich die Möglichkeit dazu eröffnet.“ So wäre es denkbar, dass die MZV Service GmbH auf dem Betriebsgelände Dienstleistungen für andere Unternehmen anbietet und abrechnet, etwa den Umschlag von Abfall.

Die klare Trennung der Kassen zwischen Zweckverband und seiner Service GmbH bietet laut Skolik auch die Chance, Steuervorteile zu nutzen, die einem öffentlich-rechtlichen Verband nicht offen stehen. So könnte die GmbH Geräte und Fahrzeuge kaufen und dabei die Vorsteuer in Abzug bringen.

Der MZV würde die Geräte dann von seiner Service GmbH mieten. „Möglichkeiten gibt es viele“, sagte Skolik gegenüber der Verbandsversammlung. (mcj)

Quelle: HNA

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