Neuer Vogelbericht zum EU-Vogelschutzgebiet Fuldatal

Die Zahl der Pinguintänzer im Kreis sinkt

Ein Haubentaucherpaar bei der Balz: Die Vögel richten sich beim so genannten „Pinguintanz“ Brust an Brust auf. Dabei wird, wie im Foto zu sehen ist, Nestmaterial in den Schnabel genommen, die Köpfe werden geschüttelt und die Füße schlagen auf das Wasser. Der Tanz gehört zu den eindrucksvollsten Balzritualen unserer heimischen Brutvögel. Die Anzahl der Brutpaare hat aber erheblich abgenommen. Foto:  Arno Werner/nh

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Brutvögel im Fuldatal, der Haubentaucher, Bekassine und Flussuferläufer, nimmt ab. Zurück gehen auch die Bestände von Gänsesäger und Kormoran.

Das geht aus dem jüngsten Vogelbericht über das EU-Vogelschutzgebiet Fuldatal der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hervor.

Der Bericht wird jährlich erstellt und zeigt die Veränderungen auf. Laut Mitteilung von Arno Werner von der HGON sind die Zahlen bei den rastenden Durchzüglern wie Fischadler, Flussregenpfeifer, Kiebitz, Bekassine und Neuntöter bei jährlichen Schwankungen zumindest stabil.

Es gibt aber auch Positives zu vermelden: Durch den Anstieg der Weißstorch-Brutpaare in Hessen steigt auch die Zahl der rastenden Vögel in der Fuldaaue.

Auch der gefährdete Eisvogel profitiert von der Renaturierung in der Fuldaaue, wo er noch genügend Steilwände zur Anlage seiner Brutröhre findet. Er ist zudem ein so genannter Klimagewinner. Wegen der Zunahme der milden Winter reduzieren sich die Verluste, erläutert Arno Werner.

Keine Regeln

Er bedauert, dass es außerhalb der Naturschutzgebiete keine Regeln oder Einschränkungen gebe, weder bei der Landwirtschaft noch beim Freizeitverhalten. Sogar der zu schützende Kormoran dürfe im EU-Vogelschutzgebiet geschossen werden. Zudem brächten unabgestimmte Maßnahmen bei der Auenrenaturierung einige Arten in unnötige Bedrängnis.

Im Fokus der Beobachtungen für das Jahr 2015 stehen die Vogelarten, die im EU-Vogelschutzgebiet Fuldatal zwischen Rotenburg und Niederaula besonders zu schützen sind.

Bei diesen sogenannten Zielarten handelt es sich um elf europäische zu schützenden Vogelarten, für die Hessen eine besondere Verantwortung habe, erläutert der HGON-Experte Arno Werner. Die Auswahl erfolgte, weil ein erheblicher Teil der hessischen Population in der Fuldaaue brütet oder auf dem Zug rastet.

Der Erhaltungszustand dieser Arten dürfe sich nicht verschlechtern, erläutert Arno Werner. Das Land Hessen habe der EU durch regelmäßige Berichte über den Zustand dieser Arten zu informieren. Die jährlich vorgenommenen Beobachtungen der Naturschutzverbände HGON und NABU sollen Aufschlüsse zu möglichen Veränderungen geben und dienen den Fachbehörden als Datengrundlage.

Spannend ist es laut Arno Werner, wie sich Eingriffe und Veränderungen, aber auch Störungen in der Fuldaaue auf die Vogelwelt auswirkten. Solche Trendaussagen seien aber nur aussagekräftig, wenn die Beobachtungen regelmäßig nach bestimmten Kriterien erfolgten.

Informationen zu den Vögeln des Schutzgebietes und die neusten Daten finden sich auf der Internetseite der HGON. www.hgon.de

Quelle: HNA

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