Investor darf bei Dens keine Anlagen bauen – Antrag auf Berufung möglich

Gefahr für Rotmilane: Windräder dürfen nicht gebaut werden

Dens. Bei Dens dürfen keine Windräder gebaut werden. Das Verwaltungsgericht Kassel hat die Klage der Firma Eolica Windconsult gegen das Verbot abgewiesen. Die Begründung: Durch die Rotoren könnten Rotmilane getötet werden.

Das Kasseler Regierungspräsidium hatte den Bau von vier Windkraftanlagen in der Nähe des Nentershäuser Ortsteils 2009 mit dem Hinweis auf die unter besonderem Schutz stehende, gefährdete Greifvogelart abgelehnt. Gegen diesen Bescheid hatte der Investor geklagt.

Rotmilane könnten die Gefahr durch die Rotorblätter nicht erkennen und würden häufig Schlagopfer von Windkraftanlagen, heißt es in der Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts. Die Windenergieanlagen hätten in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet errichtet werden sollen, in dem mehrere Rotmilanpaare brüten und das die Vögel zur Nahrungssuche nutzen. Das Risikio, durch Rotorblätter getötet zu werden, sei beim Rotmilan deutlich höher als bei anderen Tierarten, heißt es weiter in der Begründung.

Mit der Errichtung der geplanten Windenergieanlagen würde in diesem Fall gegen das artenschutzrechtliche Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen, erklärte der Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, Hardy Siedler.

Von Anfang an hatten alle heimischen Naturschutzgruppen den Bau der Anlagen einmütig abgelehnt. Auch Anwohner wehren sich seit Jahren gegen die Belastungen, die gerade für das Wohngebiet in Boxerode zu erwarten wären.

Im Jahr 2005 hatte Eolica den Antrag gestellt, fünf Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern westlich von Dens zu errichten. Seitdem läuft der juristische Streit um die Anlagen. 2008 änderte die Firma ihren Antrag: Sie wollte nun nur noch vier Anlagen mit einer Nabenhöhe von 105 Metern bauen.

Die Gemeinde Nentershausen stimmte damals zu, die Gemeinde Cornberg lehnte das geplante Vorhaben in einer Stellungnahme ab. Das Regierungsprädium in Kassel schließlich lehnte den Antrag ab. Ihm stünden Vorschriften des Naturschutzes und Denkmalschutzes entgegen, hieß es damals zur Begründung. Gegen diese Ablehnung hatte der Investor geklagt.

Gegen das aktuelle Urteil des Verwaltungsgerichts kann die Zulassung der Berufung beantragt werden. (dup)

Quelle: HNA

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