Resolution verabschiedet

Rotenburgs Stadtverordnete kämpfen um Klinikstandort

Rotenburg/Bebra. Einstimmig haben Rotenburgs Stadtverordnete eine Resolution an den Kreistag zur geplanten Fusion der Kliniken Bad Hersfeld, Fulda und Alsfeld auf den Weg gebracht. Darin wird unter anderem die Sorge um den Gesundheitsstandort Rotenburg mit 1400 Mitarbeitern zum Ausdruck gebracht .

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald hatte die Resolution, ebenso wie Bebras Bürgermeister Uwe Hassl, als Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung setzen wollen. Grunwalds Antrag kam durch, Bebras Stadtverordnete haben die Diskussion der gleichlautende Resolution mit großer Mehrheit als nicht dringlich angesehen und deshalb nicht behandelt. So wird sie erst nach der Sommerpause behandelt.

Thorsten Bloß (CDU) erklärte im Bebraer Parlament, dass gerade erst die kartellrechtliche Prüfung einer möglichen Fusion der Kliniken laufe. Anschließend müsse der Aufsichtsrat des Klinikums Bad Hersfeld der Geschäftsführung einen Verhandlungsauftrag geben. Dann werde es langwierige Verhandlungen geben. Jeder könne sich ausrechnen, wann und ob überhaupt sich der Kreistag mit der finalen Zustimmung oder Ablehnung der Fusion befassen werde. Sicher nicht bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung im September, meinte Bloß. Und: „Wir sollten uns auch nicht von der Hektik unserer Nachbarstadt anstecken lassen.“

Hektisch ging es in Rotenburg ganz und gar nicht zu. Vielmehr herrschte große Ernsthaftigkeit und Sorge um die Zukunft der Kliniken, der Mitarbeiter und die wohnortnahe Gesundheitsversorgung im Kreis.

Eine Veränderung der Kliniklandschaft hätte eklatante Folgen für den Gesundheitsstandort Rotenburg zur Folge, befürchtet Bürgermeister Grunwald. Sollte es zu einer Fusion kommen, würden Patientenströme von Bad Hersfeld aus weiter nach Alsfeld und Fulda geleitet mit fatalen Folgen für die im Wettbewerb stehenden anderen Kliniken im Kreis.

Grunwald forderte Geschäftsführer und Aufsichtsräte von Klinikum, Herz- und Kreislaufzentrum und Kreiskrankenhaus zu Gesprächen über engere Zusammenarbeit auf Augenhöhe auf - und zwar ausschließlich kreisintern.

Die Stadtverordnetenversammlung erwartet vom Kreistag, dass er sich vor einer endgültigen Entscheidung ebenfalls intensiv mit den Möglichkeiten einer kreisinternen Zusammenarbeit der drei Kliniken in Bad Hersfeld und Rotenburg auseinandersetzt, heißt es in der einstimmig verabschiedeten Resolution. Und: „Der Kreistag wird aufgefordert, bei allen Beratungen und Beschlussfassungen über zukünftige interkommunale Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsversorgung auch und insbesondere die Sicherung des Gesundheitsstandorts Rotenburg zu berücksichtigen.“

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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