Rotenburgs Stadtverordnete sagen Ja zur Windkraft

Christiane Ringer

Rotenburg. Sie sind für die gemeinsame Planung von Windkraftflächen im Zubra-Raum: Einstimmig haben die Rotenburger Stadtverordneten am Dienstag beschlossen, gemeinsam mit den Partnerkommunen Bebra und Alheim ein Bieterverfahren einzuleiten.

Ziel ist, einen Partner zu finden, der die Windkraftanlagen in der Region gemeinsam mit den Kommunen plant und betreibt. Außerdem soll eine Anwaltskanzlei mit der rechtlichen Betreuung des gesamten Verfahrens beauftragt werden, die bereits über viel Erfahrung im Bereich erneuerbare Energien verfügt.

Transparentes Verfahren

Bürgermeister Christian Grunwald machte deutlich, dass das gesamte Verfahren transparent und gemeinsam mit Bürgern, regionalen Banken und Energieversorgern ablaufen soll. Windkraftanlagen werde es nur dort geben, wo der Wind tatsächlich wehe, nicht dort, wo es vielleicht Grundstückseigentümern passe, die mit der Pacht liebäugeln. Es gehe also ausschließlich um Flächen, in denen die Windgeschwindigkeit bei mindestens 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe liege.

Grunwald äußerte Verständnis für eine kritische Betrachtung der Windenergie. „Aber wer gegen etwas ist, muss auch für etwas sein.“ Wer also aus Angst aus gegen eine „Verspargelung der Landschaft“ gegen Windkraftanlagen, aus Angst vor Monokulturen gegen Biogasanlagen, aus Gründen des Klimaschutzes gegen Kohlekraftwerke und aus Naturschutzgründen gegen Höchstspannungsleitungen sei, müsse mal sagen, wie der Strom in die Steckdosen kommen soll.

„Wir stellen uns der Energiewende und wollen sie so planvoll und transparent wie möglich gestalten“, sagte der Bürgermeister. Dabei solle die Wertschöpfung für die Region gesichert werden.

Dezentrale Lösung

Ähnlich sehen es die Fraktionen. Christiane Ringer (SPD) warb für den Energiemix aus Sonne, Biogas und Windkraft, plädierte dabei für eine dezentrale Stromversorgung. Außerdem sollten Möglichkeiten gefunden werden, bei einem Millionenprojekt wie Windkraftanlagen den Bürgern auch kleinere finanzielle Beteiligungen zu ermöglichen, etwa über Genossenschaften. So würden keine Anleger ausgegrenzt.

Auch sollte die Bürgerbeteiligung nicht prozentual gedeckelt werden. Nur so könne die Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht beziehungsweise erhalten bleiben.

Hartmut Grünewald (UBR) forderte zudem eine faire vertragliche Vereinbarung über die Verteilung der Pacht von Flächen, die mehreren Kommunen gehörten. Peter Müller (CDU) wies darauf hin, dass die Anlagen nur dort gebaut werden dürfen, wo die Wirtschaftlichkeit am größten ist und die Bürger am wenigsten gestört werden. Fotos: Schäfer-Marg

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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