Rotenburgs Kitas sollen länger offen bleiben - Streit um Freitage

+

Rotenburg. Soll die Stadt Rotenburg auch am Freitagnachmittag längere Kinderbetreuungszeiten anbieten oder bliebt dieser Nachmittag den Erzieherinnen für Teamsitzungen?

Darüber wurde im Sozialausschuss diskutiert.

Die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und -krippen in Rotenburg sollen wieder verlängert werden - und das kostenlos für die Eltern. Möglich wird das durch das neue Kinderförderungsgesetz, das längere Öffnungszeiten finanziell besser fördert (wir berichteten).

Es klingt problemlos: Das Betreuungsangebot wird von wöchentlich 44 auf 52 Stunden erweitert - Bürgermeister Christian Grunwald spricht da von praktischer Gebührensenkung. Im Sozialausschuss mochte man allerdings keine Empfehlung aussprechen, obwohl alle froh sind, dass die kostenpflichtige Randzeitenregelung künftig wegfallen wird. Denn UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald hatte eine weitere Variante ins Spiel gebracht. Über die soll nun noch einmal in den Fraktionen beraten werden.

Vorgesehen war, dass die Betreuungseinrichtungen täglich von 6.30 bis 17.30 Uhr, freitags bis 14.30 Uhr geöffnet sind. Hartmut Grünewald schlug vor, täglich bis 17 Uhr zu öffnen, freitags dafür bis 16.30 Uhr. So könne man berufstätigen Eltern besser entgegenkommen.

Allerdings, das gab Markus Vöckel (SPD) zu bedenken, wird der Freitagnachmittag von den Erzieherinnen für Teambesprechungen genutzt. Außerdem werde in dieser Zeit über pädagogische Inhalte gesprochen und die Qualitätsentwicklung vorangetrieben. Die Mitarbeiterinnen kämen weiterhin ihren vielfältigen Aufgaben nach, wie die Entwicklung der Kinder zu dokumentieren. Vöckel plädierte dafür, vor einer Entscheidung die Koordinatorin der Kitas, Petra Rang, anzuhören.

Angeregt wurde auch, Eltern noch einmal zu den Öffnungszeiten zu befragen. Vertreter der Elternbeiräte hatten das gerade erst in Lispenhausen getan, berichteten sie dem Ausschuss. Das Ergebnis war nahezu ausgewogen für beziehungsweise gegen längere Öffnungszeiten am Freitag. Die Sprecherin des Elternbeirats berichtete auch über geringe Resonanz bei früheren Umfragen unter Eltern.

Bürgermeister Christian Grunwald und der zuständige Fachdienstleiter Stefan Brand warnten vor Umfragen. Diese brächten - das habe die Erfahrung gezeigt - nie eindeutige Ergebnisse. „Man kann es niemals allen Recht machen“, sagte Grunwald. Er warb dafür, jetzt eine Entscheidung zu treffen, um Unsicherheiten der Eltern für das neue Kindergartenjahr zu vermeiden.

Stefan Brand erklärte, die gemeinsamen Sitzungen der Erzieherinnen sparten auch Zeit, weil Probleme nur einmal erörtert werden müssten und nicht mehrfach in den selten kompletten Teams.

Quelle: HNA

Kommentare