Rotenburger Traditionsunternehmen Konopka will Standort erweitern

Hier wird das Bügeleisen nicht eingesetzt: Mitarbeiterin Anette Schran bereitet ein Oberhemd für die Maschine vor, die das Plätten übernimmt. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Die Wäscherei Konopka, ein Rotenburger Traditionsunternehmen, soll erweitert werden. Eine 1000 Quadratmeter große Halle ist auf dem Grundstück im Industriegebiet geplant. 1,1 Millionen Euro werden investiert.

Ja, man kann seine Tafeltücher auch heute noch zur Wäscherei Konopka ins Rotenburger Industriegebiet bringen und bekommt sie tischfein zurück. „Davon können wir natürlich nicht leben“, sagt Markus Konopka, 48-jähriger Geschäftsführer des Textilreinigungsunternehmens. „Aber wir machen das noch - aus Tradition.“

Hier wird alles größer: Markus und Heide Konopka vor dem Wäschereibetrieb, der erweitert werden soll.

Heute zählen Altenpflegeheime, Kliniken, Flüchtlingsheime sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe zu den Kunden des Unternehmens. Das Geschäft brummt. Auch deshalb muss Konopka expandieren. Eine große neue Halle ist geplant, um der schon jetzt drangvollen Enge im Betrieb ein Ende zu bereiten. Spätestens im Mai nächsten Jahres muss in der neuen Halle gearbeitet werden können - dann beginnt die Laufzeit weiterer Verträge.

Die Stadt Rotenburg hat ihren Beitrag zur Erweiterung geleistet, ein Stück Zufahrtsstraße wurde eingezogen, damit sich der Betrieb ausdehnen kann. Jetzt steht noch die Genehmigung des Kreisbauamtes aus.

Die geplante Investition von 1,1 Millionen Euro sieht Markus Konopka als Standortsicherung an und vor allem als Sicherung der 50 Arbeitsplätze: „Wir haben eine Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber und müssen uns auf dem Markt behaupten.“

Dafür wurde schon viel getan. Elektronik zum Beispiel ist aus dem Unternehmen nicht mehr wegzudenken: Jedes Wäschestück - vom Pullover des Altenheimbewohners bis zum Bettuch einer Flüchtlingsunterkunft - wird mit einem Zeichen markiert und kehrt so sicher zum Kunden zurück. Der Weg des Wäschestücks lässt sich im Internet verfolgen. Computer zeigen zum Beispiel an, wem es gehört und wie oft es bereits gewaschen wurde.

Altenheimbewohner bekommen mehrere Wäschesäcke, in denen die Schmutzwäsche gesammelt wird - auch diese sind elektronisch zugeordnet. Kommt ein neues Kleidungsstück hinzu, das noch nicht registriert ist, merkt es das Lesegerät beim Sortieren sofort. Eine Mitarbeiterin bringt dann das wasch- und scannbare Schildchen mit Namen und Daten an.

In der Wäscherei selbst läuft auch alles computergesteuert. Die Wäsche fällt aus 50-Kilo-Säcken im Minutentakt in die 13 Meter lange Waschstraße. Wasser und Waschmittel werden ebenfalls elektronisch gesteuert zugefügt. Schmutz- und Reinwäschebereich sind durch ein strenges Schleusensystem voneinander getrennt, damit nicht etwa durch die Luft wirbelnde Keime in den Reinbereich eindringen können. Die Mitarbeiter können auch nicht zwischen den Bereichen wechseln, ohne sich die Hände zu desinfizieren. Dann bleibt die Tür schlicht zu.

Vieles übernehmen die Maschinen, dennoch geht es im Wäschebereich nicht ohne Handarbeit: Bekleidungsstücke müssen zum Trocknen auf Bügelgehängt werden, Handtücher und Laken werden in Bügel- oder Faltmaschinen geschoben. Kleine Wäschestücke werden von Hand gefaltet. Feminismus hin oder her - „Das können Frauen einfach besser“, sagt Markus Konopka.

Wäscherei Konopka will erweitern

Quelle: HNA

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