Rotenburger Tourist-Information zieht an den Marktplatz um

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Soll neue Unterkunft für die Tourist-Information werden: Das Haus Marktplatz 2 wurde zuvor vom Bankverein Bebra genutzt. Foto: Meyer

Rotenburg. Die Rotenburger Tourist-Information wird von ihrem Standort an der Weingasse in das Haus Marktplatz 2 ziehen. Die Mehrheit der Stadtverordneten aus CDU und UBR beschloss in der Sitzung am Donnerstag, diesem Vorschlag von Bürgermeister Christian Grunwald zu folgen.

Die SPD lehnte den Umzug ab und schlug stattdessen vor, den Sitzungssaal des Rathauses als neues Büro der Tourist-Information zu nutzen.

Volker Willing (SPD) meinte, man könne nicht auf der einen Seite Bürgern und Unternehmen höhere Steuern und Gebühren zumuten, um den Schutzschirmvertrag zu erfüllen, auf der anderen Seite aber unnötige Zusatzkosten produzieren.

Für den Sitzungssaal im Rathaus müsse die Stadt keine Miete zahlen, die Sitzungen könnten künftig im Bürgersaal am Bahnhof stattfinden. Da die aktuellen Räume der Tourist-Information vermietet werden könnten, bekäme die Stadt zusätzliche Einnahmen, statt künftig mit 900 Euro Miete plus Nebenkosten und Einmalkosten von 4500 Euro belastet zu werden.

Die vom Magistrat vorgeschlagene Gegenfinanzierung - 15 000 Euro im Haushalt, die frei werden durch eingesparte Mietkosten für die Feuerwehrdrehleiter - sollten nach Einschätzung der SPD im Haushalt besser als Puffer für Unvorhergesehenes genutzt werden.

Für Bürgermeister Christian Grunwald ging es bei seinem Vorschlag um Grundsätzliches: „Ich will mehr für die Stadt erreichen, als nur den Schutzschirm umzusetzen“, sagte er, nachdem er zuvor eine Reihe von Einsparerfolgen sowie über Verschlankung und Effizienzsteigerung in der Verwaltung berichtet hatte. Rotenburg sei die Stadt der der Kliniken, der Schulen und Tourismusstandort. Es gebe 370.000 Übernachtungen im Jahr - so viele wie alle anderen 18 Kommunen im Landkreis zusammen hätten - und sechsmal mehr als die in Tourismusfragen so selbstbewusste Stadt Melsungen, verkniff sich Grunwald den Seitenhieb nicht. Schon deshalb gehöre die Tourist-Info zentral sichtbar und barrierefrei erreichbar in die Mitte der Stadt.

Außerdem diene sie der Einzelhandels- und Wirtschaftsförderung. Wenn Touristen nur schnell hinein gingen und fragten, wo man einen guten Pullover kaufen kann - und deshalb werde ein Pullover mehr als üblich in der Stadt verkauft, dann sei das schon Wirtschaftsförderung.

Schließlich hätten die Rotenburger selbst etwas von dem neuen Standort, weil die Tourist-Information auch samstagsvormittags geöffnet sei. Mittelfristig könne in den neuen Räumen auch der Bürgerservice ausgeweitet werden, zum Beispiel durch die Ausgabe von gelben Säcken.

Grunwald erinnerte daran, dass die Stadt durch die Vermietung der alten Räume 6600 Euro jährlich einnehmen werde. Notwendig wären zudem Investitionen in den Sitzungssaal, folge man dem SPD-Vorschlag: „Da kann man nicht einfach vier Schreibtische reinstellen und los geht’s.“ Der Saal müsse mit neuer Technik und Beleuchtung ausgestattet werden.

Von Silke Schäfer-Marg 

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Quelle: HNA

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