Fraktionen sind sich nicht einig

Rotenburger Stadtmarketing: Erstmal tagt ein Arbeitskreis

Jonas Rudolph

Rotenburg. Die einen wollen das Thema mit Vollgas angehen, die anderen mahnen, dass man mit Vollgas auch vor die Wand fahren kann

Die Gründung einer Stadtmarketing- und Entwicklungsgesellschaft war Thema in der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag. 

Beschlossen wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe.Einstimmig folgten die Stadtverordneten damit einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses. Die neue Arbeitsgruppe (AG) soll sich mit der konzeptionellen und strategischen Ausrichtung, der Rechtsform und der Finanzierung der neuen, in der Stadt heiß ersehnten, Organisation befassen. In der AG werden jeweils zwei Mitglieder der Fraktionen sowie Vertreter der Stadtverwaltung mitarbeiten.

CDU will neue Organisation außerhalb der Verwaltung

So einmütig wie der Beschluss klingt, ist die Grundhaltung in den Fraktionen dahinter nicht, wurde in der Debatte deutlich. Die CDU will die neue Organisation zwingend außerhalb der Verwaltung angesiedelt wissen, um dem künftigen Kopf der Marketing- und Entwicklungsorganisation höchstmögliche Flexibilität zu gewähren, erklärte Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph.

Je straffer der künftige Rahmen vorgegeben werde, desto mehr Kreativität werde zerstört. Zwar solle nichts übers Knie gebrochen werden, doch befand Rudolph, dass es für die Zukunft der Stadt „fünf vor Zwölf“ sei. Deshalb solle die AG die Arbeit zügig aufnehmen.

SPD will Eingliederung in Verwaltung

VolkerHeise

SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Heise kritisierte, dass entgegen des Arbeitsauftrags der Stadtverordnetenversammlung im November kein passgenauer Businessplan vorgelegt worden sei. „Bekommen haben wir nur Zahlen zu Erträgen und Aufwendungen und ein Gutachten, ob Genossenschaft oder GmbH sinnvoller wäre“, sagte Heise. Er favorisiert eine Eingliederung des künftigen Stadtmarketingchefs in die Verwaltung. Sein Fraktionskollege Wolfgang Bodenstein schlug auch eine Integration in den neuen Verwaltungszweckverband Alheimer vor.

Zunächst klare Ziele formulieren

Die Organisationsform müsse der Strategie folgen, nicht umgekehrt, sage Bodenstein. Deshalb müssten zunächst klare Ziele definiert werden, Relevante Interessengruppen gehörten mit ins Boot wie Handel und Gewerbe sowie Vereine. Erst dann könne ein Konzept entwickelt und umgesetzt werden.

Bürgermeister Christian Grunwald bedauerte, dass der vorgelegte Businessplan offenbar nicht den Erwartungen aller entsprochen habe. Er drückt aufs Tempo. Über Stadtmarketing und -entwicklung hätte man schon früher, zum Beispiel im Zuge der Haushaltsberatungen sprechen können, da dies das zentrale Thema der Zukunft sei.

Rathauschef skeptisch

Der Rathauschef zeigte sich skeptisch, ob es eine aus Ehrenamtlichen bestehende Arbeitsgruppe schaffen kann, eine durchschlagende Strategie für Stadtentwicklung zu erarbeiten. Für ihn ist wichtig, eine Person zu finden, die die Rotenburger begeistern kann und deren Ideen entsprechend gemeinsam umgesetzt werden.

Quelle: HNA

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