Soldaten aus Rotenburg nach Afghanistan verabschiedet

Rotenburg. Fernmelder der Bundeswehr aus Rotenburg rücken in diesen Tagen nach Afghanistan ab. 76 Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 286 in der Alheimer Kaserne werden vier Monate lang Teil des deutschen Einsatzkontingents in Mazar-i-Sharif.

Die Kompanie wurde am Dienstag auf dem Rotenburger Marktplatz mit einem feierlichen Appell verabschiedet.

Natürlich wurde der Marsch geblasen, natürlich gingen die Soldaten im Gleichschritt. Aber es war kein Abmarsch mit Tamtam, als gestern 76 Fernmelder aus der Alheimer-Kaserne nach Afghanistan verabschiedet wurden. Leise Töne und kleine Gesten bestimmten die Stimmung auf dem Rotenburger Marktplatz.

Da waren die Fahnen, die Rotenburger und die hessische, die Bürgermeister Christian Grunwald und Staatssekretär Steffen Saebisch den Soldaten mit auf den Weg nach Mazar-i-Sharif gaben. „Kommen Sie gesund an Körper und Seele zurück und bringen Sie die Fahne mit“, sagte Grunwald leise, als er Kompaniechef Hauptmann Christian Ahrendt das Tuch mit dem Stadtwappen in die Hände drückte.

Und da war der „Marsch des Soldaten“ von Robert Bruce, den das Heeresmusikkorps 2 aus Kassel unter Oberstleutnant Reinhard Kiauka anstimmte. Ohne Pathos, ohne Säbelrasseln – ein musikalischer Ausdruck der Besorgnis über das, was den Soldaten am umkämpften Hindukusch alles passieren kann.

Fotos von der Zeremonie

Soldaten aus Rotenburg nach Afghanistan verabschiedet

Rund um den abgesperrten Marktplatz standen 350 Zuschauer. Es sei richtig gewesen, die Soldaten mitten in der Stadt zu verabschieden, statt hinter dem Kasernenzaun auf Wiedersehen zu sagen, sagte Grunwald. Auch Kommandeur Oberstleutnant Uwe Reinhardt, der selbst für vier Monate nach Afghanistan geht, freute sich über die Solidaritätsbekundung. Mehrfach dankte er Staatssekretär Saebisch und Grunwald, dass sie öffentlich zur Bundeswehr stehen.

Die Soldaten gingen nun „in den zurzeit gefährlichsten Auslandseinsatz der Bundeswehr“, sagte Reinhardt. Vier Monate riskierten sie ihr Leben, um Gefahren von Deutschland fernzuhalten. Das verdiene Anerkennung und Respekt, genauso aber die Familien, die ebenso großen Belastungen ausgesetzt seien. Deshalb nahm auch nur etwa die Hälfte des Rotenburger Kontingents an der Verabschiedung teil – der Rest, der bereits am Samstag aufbricht, verbrachte seine Zeit mit der Familie.

Artikel aktualisiert um 20.15 Uhr.

„Rotenburger Sorgen werden klein, wenn man ins Gespräch mit Soldaten kommt, die aus Afghanistan zurückkehren“, griff auch Bürgermeister Grunwald die persönlichen Belastungen auf und sprach damit die Rotenburger an. Sie sollten ihren Ärger über den Verlust der Alheimer-Kaserne, die 2016 geschlossen wird, in Relation sehen: „Die Soldaten sind es, denen unsere volle Unterstützung gebührt und nicht allein den Gebäuden hier oben.“

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Janz/HNA

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