Aktuell noch etwa 60 Mitglieder

Rotenburger Gewerbevereinigung vor Aus - Auflösung geplant

Rotenburg. Die Rotenburger Vereinigung Handel, Handwerk und Gewerbe (VHHG) steht vor dem Aus. In der Jahreshauptversammlung am Freitag fanden sich keine Kandidaten für die turnusgemäße Vorstandswahl.

Der geschäftsführende Vorstand aus Vorsitzender Kerstin Bier, ihrem Stellvertreter Roman Degenhardt, Schriftführer Ingo Jahnke und Kassiererin Yvonne Nowak-Hanschke wird in der nun neu anzusetzenden Mitgliederversammlung den Antrag auf Auflösung des Vereins stellen, kündigte Bier an.

Diese Sitzung soll am Freitag, 15. April, ab 19 Uhr stattfinden. Um die Auflösung des Vereins beschließen zu können, muss mindestens ein Drittel der Mitglieder an der Versammlung teilnehmen. Die VHHG hat aktuell noch etwa 60 Mitglieder. Der Jahresbeitrag pro Mitglied beträgt 90 Euro.

An der Jahreshauptversammlung haben gerade einmal zehn Mitglieder teilgenommen. Sein Fernbleiben entschuldigt hatte keiner außer Bürgermeister Christian Grunwald, der als Dienstherr bei der gleichzeitig tagenden Feuerwehr war.

Sollte das Minimum der Teilnehmerzahl nicht erreicht werden, findet direkt im Anschluss eine weitere Sitzung statt, bei der die Anwesenden ohne Mindestzahl die Auflösung beschließen können, unterrichtete die Vorsitzende die Mitglieder. Die schriftliche Einladung zur nächsten Versammlung soll bereits entsprechend formuliert werden.

Dass sich der jahrzehntealte Verein in der Krise befindet, hatte sich schon seit längerem gezeigt. Kerstin Bier, die zwar darauf hinweist, dass es auch in anderen Kleinstädten Probleme in den Gewerbevereinigungen gebe, ist schon enttäuscht: „Ein solcher Verein kann nur weiter bestehen mit aktiven Mitglieder und solchen, die Lust haben, den Vorstand zu unterstützen.“

Daran hatte es jedoch gemangelt, offenbar fühlte sich der Vorstand von den meisten Mitgliedern im Stich gelassen, wenn es um Planung und Finanzierung von Aktionen ging. Attraktionen wie etwa die Auftritte von Dirigenten Gotthilf Fischer oder den Wildecker Herzbuben zur Einkaufsnacht im Dezember sind inzwischen Geschichte.

Nicht geringe Hoffnung setzen VHHG-Mitglieder in die geplante Stadtmarketing- und -entwicklungsorganisation, über deren endgültige Gründung die Stadtverordneten im Mai beschließen wollen. Die in der Organisation beschäftigen Profis sollen strukturelle Probleme in Rotenburg angehen, hatte auch schon Bürgermeister Christian Grunwald erklärt, der das Projekt initiiert hat und vorantreibt. Er hatte aber auch deutlich gemacht, dass Stadtmarketing allein die Geschäfte nicht füllen wird, dazu müssten auch die Gewerbetreibenden ihren Teil leisten. (sis)

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