Rotenburger Entdeckernacht für Wetterfeste

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Ein Weinberg braucht Pflege: Friedrich Heßler von denRrotenburger Weinfreunden, links, zeigt den Besuchern Elsberth und Werner Nensel Details.

Rotenburg. Die erste Entdeckernacht im Hellen. Und schon zu Beginn zeigt sich der Himmel über Rotenburg von seiner dunklen Seite.

Was liegt da näher, als langsam anzufangen und sich auf eine Tour unterm Regenschirm einzustellen. Jedermanns Sache war das wohl nicht, die Veranstalter hätten sich mehr Besucher gewünscht.

Am Kneipptretbecken oberhalb des Waldschwimmbades könnte man noch am ehesten geschützt sein, wenn allzu viel Wasser von oben kommt. Die Stimmung an der von Hauptkneippmeister Erich G. Werner betreuten Anlage ist auf jeden Fall gut. Rainer Schwabe hat 1a-Gulaschsuppe gekocht. "Wollen Sie mal probieren?“, ruft Karl-Heinz Lies, der Vorsitzende Vereins Gemeinsam in Rotenburg. Mmmh, sehr lecker! Vielleicht auch deshalb, weil sie aus einem großen, über Lagerfeuer baumelnden Topf serviert wird.

Bevor alle mit Riesling auf besseres Wetter anstoßen, wird Probe getreten. Rainer Schwabe freut sich, als der Pendelbus von Wiesemann ein knappes Dutzend Entdecker ausspuckt. Unter ihnen Werner und Elsbeth Nensel, die zusammen mit Anneliese Rüger aus Mansbach angereist sind. Interessiert lassen sie sich erzählen, wie viele Stunden Arbeit in die Wiederherrichtung der Anlage geflossen sind und wie gerne sie besucht wird.

Ingrid Dilling berichtet derweil, dass die kleine Gruppe schon mit Heinrich Wacker auf Naturerlebnistour an der Fulda war. Man sieht’s: Schuhe und Jeans sind vom vielen Wasser etwas nasser als sonst.

Da muntert ein wenig auf, dass Bürgermeister Christian Grunwald vorbeischaut und seinen Obolus für die Suppe ins Sparschwein wirft.

Nächste Entdeckerstation ist der vor Guttels gelegene Weinberg mit der schönen Lagenbezeichnung „Rotenburger Teufelsberg“. Dass die Rotenburger Weinfreunde neben 800 Regent-Reben 200 Grauburgunder-Reben bewirtschaften, geschieht nicht wegen der vielen grauen Wolken, die das Fuldatal in ein eigenwillig frisches Licht tauchen, sondern weil sich die Sorte ausgesprochen gut für den Anbau auf dem Südwest-Hang eignet. Die Besucher fiebern richtig mit, als Friedrich Heßler, der Parzellenbeauftragte, anschaulich vom Frühjahrsrückschnitt und von den Pflegemaßnahmen berichtet, die neben gutem Wetter 2015 dazu führten, dass die geernteten Trauben ein Durchschnittsmostgewicht von 90 Grad Öchsle aufwiesen. Der „Pälzer“ Lothar Mann hat alles ausgebaut. Wie gut der Saft vergoren schmeckt, kann man im Wingerthäuschen probieren, wo die Weinfreunde auch noch Käse reichen.

Schade nur, dass Kerstin Schulz von der Tourist-Information vorbeikommt und mitteilen muss, dass die geplanten Stakekahnfahrten auf der Fulda wegen schlechten Wetters ausfallen.

Entdeckernacht in Rotenburg unter Regenwolken

Quelle: HNA

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