Saal wenig genutzt

Rotenburger Bürgerzentrum wird nicht gut angenommen

Rotenburg. Das Rotenburger Bürger- und Tourismuszentrum, im Oktober 2011 eingeweiht, wird von der Bevölkerung nicht gut angenommen. Das kann man aus Zahlen schließen, die Bürgermeister Christian Grunwald den Stadtverordneten am Donnerstag vorlegte.

Die UBR-Fraktion hatte eine entsprechende Anfrage gestellt. Von der Eröffnung bis Ende 2011 fanden nach Grunwalds Angaben sechs Veranstaltungen im Bürgersaal statt, 2012 waren es 34 Veranstaltungen, 2013 25 Veranstaltungen, erwartet werden in diesem Jahr allerdings 70 bis 80. „Das entspricht etwa einer Auslastung des Dorfgemeinschaftshauses Dankerode“, sagte der Bürgermeister.

Eingenommen wurden an Gebühren 2011 1000 Euro, 2012 9000 Euro und bislang 2013 4000 Euro. Demgegenüber stehen folgende jährliche Kosten: Die Bewirtschaftungskosten für Strom, Wasser und Abwasser liegen bei 1920 Euro, die Unterhaltungskosten bei 8240 Euro. An den Bund müssen 5500 Euro Tilgung gezahlt werden, die Abschreibungsbelastung schlägt sich im Haushalt mit 8000 Euro nieder, die Zinsbelastung mit knapp 36.000 Euro. Letztere ist durch die Tilgung allerdings in den kommenden Jahren fallend. Personalkosten für Hausmeisterdienste und Reinigung liegen bei 4800 Euro. Der Fußboden muss von städtischem Personal gereinigt werden.

Fertig ist das Gebäude allerdings immer noch nicht: Der Keller ist noch nicht ausgebaut, das heißt zum Beispiel, die eigentlich dort geplanten Toiletten gibt es noch nicht. Zunächst müsste eine Kellertreppe eingebaut werden, der Estrich fehlt noch, Wände und Boden müssten gestrichen werden. Im eigentlichen Bürgersaal könnten noch Bühne, Beleuchtungs- und Tontechnik installiert werden. Allein für die Mindestarbeiten im Keller müssten noch einmal 40 000 bis 50.000 Euro investiert werden, erklärte Grunwald.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Bürger- und Tourismuszentrum einschließlich der Anteile an der Bahnhofssanierung auf 1,3 Millionen Euro. Eine knappe Million war aus dem Konjunkturprogramm des Landes und des Bundes geflossen. Die Stadt hatte damals auch rund 300.000 Euro aus diesem Programm für die Sanierung der George-Hollender-Kampfbahn verwendet. Sie erhielt eine Tartan-Laufbahn.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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