Rotenburger Abiturienten am Fußballabend verabschiedet

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Die Tutoren und ihre Buchpreisträger: Christina Haase (von links), Dominik Tobi, Alfred Gissel, Newroz Türe, Ellen Brostmeyer, Sophia Zilch, Juliane Plümpe, Thomas Izgin, Manfred Ringer, Stefanie Janzen, Sandra Rodrigues, Marc Heinzerling, Daniela Faltz, Carolin Droop, Anja de Lima-Gomes, Lea-Marie Rabe und Elke Billeb. Foto: Apel

Rotenburg. Erleichterung allenthalben: Die Fußballnationalmannschaft kämpft und gewinnt im brasilianischen Recife mit 1:0 gegen das Team der USA. In Rotenburg nehmen gleichzeitig 121 festlich gekleidete Schülerinnen und Schüler der Jakob-Grimm-Schule (JGS) das Zeugnis der Allgemeinen Hochschule in Empfang. Sie haben den Kampf um Abiturpunkte schon länger gewonnen.

Und deshalb ertragen sie es, dass sie beim Abschiednehmen in der Göbel-Hotels-Arena nicht „live dabei“ sein können - dass sie sich mit einer Info von Schulleiterin Sabine Rimbach begnügen müssen, die Jogis Jungs versehentlich sogar mit 2:0 in Führung gehen lässt. Sie gratuliert dem G8/G9-Doppeljahrgang von Herzen, spricht in ihrer Abiturrede von viel Arbeit, die zu bewältigen war, und dass es jetzt darum gehe, den Neustart zu wagen und Gelerntes in der Praxis anzuwenden.

Rimbach blickt auch zurück auf 90 Jahre Schulgeschichte und ermahnt die jungen Bildungsbürger, sich Zeit ihres Lebens ihrer Verantwortung bewusst zu sein und für Freiheit und Frieden einzusetzen. Per Video-Beitrag lässt sie die erfolgreichen Ehemaligen Christian Grunwald, Dr. Johannes Kirchhoff, Prof. Dr. Thorsten Hohage und Dr. Heike Ronsdorf-Holstein zu Wort kommen und unterstreichen, was sie der JGS zu verdanken haben.

Auf dass die Verbindung zur JGS und zur Heimat nicht abreiße, ermuntert Christian Bärmann vom neugegründeten Ehemaligenverein zum Beitritt. Das liegt ganz auf der Linie von Bürgermeister Christian Grunwald, der - angelehnt an Facebook-Funktionen - dazu rät, mit Herz und Leidenschaft zu agieren, Lebenssituationen kritisch zu hinterfragen und Wissen zu teilen: „Nur wer teilt, bekommt etwas zurück!“ Oberstufenleiter Marc Heinzerling bemüht Friedrich Schillers „Glocke“, spricht von Bildung als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe und endet mit der Feststellung: „Bleibt so wie Ihr seid, es hat Spaß gemacht mit Euch!“

Vom „G8/G9-Versuchsjahrgang“ sprechen die Schulelternbeiratsmitglieder Martina Böcker und Ilka Heinzerling. Mit Fußballfanartikeln ausgestattet lassen sie launig-locker Revue passieren, wie sich Kinder und Eltern „wie bei der Olympiade“ immer weitergehangelt haben.

Aber auch die, die es geschafft haben, kommen zu Wort. In der Abiturrede, die sie als anklagende Staatsanwältin und relativierender Verteidiger halten, stellen Sophia Kirchhoff und Florian Euler weniger gute und gute Taten und das starke Zusammengehörigkeitsgefühl des Jahrgangs heraus, dem sie „innerliche Gespaltenheit und mangelnde Schuldfähigkeit“ attestieren.

Abiturfeier der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg

Ähnlich sieht es Schulsprecherin Lara Markovic, die sich bei Eltern und Lehrern für individuell zusammengestellte Trainingsprogramme bedankt. Mareike Heinzerling und Thomas Izgin führen von Beginn an souverän durch das Programm, das Alexander Weyh gefühlvoll am Klavier begleitet.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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